Full text : Die deutsche Zigarettenindustrie

III.  Abschnitt.

Die  Zigarettenfabrikation.
A.  Allgemeines.
Die  jährliche  Zigarettenproduktion  Deutschlands  hat  gegenwärtig ­
  einen  Fakturenwert  von  etwa  achtzig  Millionen  Mark*).  An  ihrer
Hervorbringung  nehmen,  wie  ich  im  ersten  Abschnitt  gezeigt  habe,
Betriebe  verschiedensten  Umfanges  teil,  deren  Kapitalkraft  dementsprechend ­
  auch  äußerst  verschieden  ist.
Die  kleineren  und  mittlerenBetriebe,  die  fast  ausschließlich
auf  Handarbeit  angewiesen  sind,  da  sich  die  bei  der  Zigarettenfabrikation ­
  verwendbaren  Maschinen,  höchstens  mit  Ausnahme  der
Tabakschneidemaschinen,  nur  für  Massenproduktion  größten  Stiles
eignen  und  deshalb  nur  in  Großbetrieben  zur  Verwendung  kommen
können 1  2 ),  benötigen  fast  ausschließlich  umlaufendes  Kapital  in
je  ihrem  Umfange  entsprechend  mehr  oder  minder  großen  Quantitäten. ­
  Im  Gegensatz  hierzu  haben  die  Großbetriebe,  von  denen  die
bedeutendsten  mit  Kapitalien  von  1 / 2  bis  5  Millionen  Mark  arbeiten,
nicht  nur  in  Maschinen,  sondern  zumeist  auch  in  Gebäuden  ganz
erhebliche  Summen  festgelegt.
So  hatte  z.  B.  die  Compagnie  Laferme,  die  ein  Aktienkapital ­
  von  einer  Million  Mark  besitzt 3 ),  in  ihrer  Bilanz  vomßl.Dezember ­
  1906  folgende  Posten  unter  den  Aktiven  verzeichnet:
Grundstücke:  608618  Mk.
Maschinen:  164400  Mk.
Imm.  Fabrikeinrichtung:  31200  Mk.
1)  Berechnet  auf  Grund  der  in  den  „Vierteljahrsheften“  (1908,  Heft  III)
gemachten  Angaben  über  verkaufte  Steuerzeichen.
2)  Näheres  hierüber  siehe  in  dem  Unterabschnitt  „Die  endgültige  Herstellung
der  Zigaretten“.
3)  Betreffende  Fabrik  hat  außerdem  noch  Hypotheken  in  der  Höhe  von
195.000  Mk.  aufgenommen  und  verfügte  im  Jahre  1906  über  einen  Reservefonds
von  208.383  Mk.,  über  einen  Dividenden-Reservefonds  von  41920  Mk.  und  einen
Spezial-Reservefonds  von  7073  Mk.
Zeitschrift  für  die  ges.  Staatswissenschaft.  Ergänzungsheft  33.

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