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dem die Oberaufsicht über die gesamten, in solchen Betrieben sehr
umfangreichen maschinellen Anlagen, über Kraft-, Tabakschneide-,
Hülsen-, Zigaretten-, Kartonnagen-, Papierbearbeitungsmaschinen usw.
zusteht. Dabei übt dieser technische Leiter zugleich auch über die
besonderen Aufsichtsorgane der einzelnen Betriebsabteilungen die
Oberaufsicht aus und überwacht so die rein technische Seite des
Produktionsprozesses vom Schneiden des Tabaks an bis zum Ver
sand der fertigen Ware.
Zur Herstellung der Tabakmischungen werden in größeren Be
trieben zumeist besondere technische Beamte, sogenannte Tabak-
meister, gehalten, während in kleineren und mittleren Betrieben
die kaufmännischen Leiter diese Arbeit mit mehr oder weniger
großem Geschick selbst verrichten. Teilweise sind die Inhaber der
Zigarettenfabriken, die sich Tabakmeister halten, reine Kaufleute
(vielfach frühere Zigarettenreisende), die vom Herstellen der
Mischungen gar nichts verstehen, oder es sind Leute, die wohl selbst
eine mehr oder weniger große Tabakkenntnis besitzen, aber durch
die Leitung des Betriebes so in Anspruch genommen werden, daß
sie sich mit der langwierigen Arbeit der Zusammenstellung der
Mischungen andauernd nicht abgeben können.
Sind die Betriebsleiter nur Kaufleute und gar nicht Tabakkenner,
so müssen sie sich auch beim Einkauf des Rohtabaks ganz auf
die Tabakmeister verlassen, was insofern seine Schattenseite hat,
als letztere nicht immer abgeneigt sind, denjenigen Händlern die
Aufträge zu verschaffen, die ihnen die besten Gratifikationen gewähren.
Die Tabakmeister sind zum größten Teil qualifizierte Arbeiter,
meistens Griechen, die als Tabakschneider oder -mischer begonnen
und sich im Laufe der Jahre eine große Tabakkenntnis angeeignet
haben. Sind sie Tabakmeister geworden, so gelten sie, wie schon
angedeutet, meistens nicht mehr als Arbeiter, sondern als Beamte.
Die Gehälter dieser Leute steigen in einigen der größten Betriebe
bis 3000 Mark pro Jahr und darüber, sind also reichlich, aber
nicht übermäßig hoch und beweisen, daß von der Tätigkeit der
Tabakmeister nicht einzig und allein das Wohl und Wehe der
Fabrik abhängt. Selbstverständlich sind die besten Grundlagen für
einen guten Absatz geschaffen, wenn derjenige, der die Tabak
mischungen herstellt, es versteht, die Kombination so zu treffen,
daß die Zigaretten einen pikanten, eigenartigen und einem möglichst
großen Konsumentenkreis zusagenden Geschmack besitzt. Nicht
minder kommt es aber auf eine geschmackvolle Verpackung, einen
geschickten Vertrieb und einen klangvollen Namen an.