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eignet erscheinen; denn man kann unter Umständen gutes
Material verwenden und doch durch falsche Zusammenstellung
schlecht schmeckende Qualitäten erzeugen. Vor allem muß der
Fabrikant bei Herstellung der Mischungen dem Geschmacke der
Gegend Rechnung zu tragen suchen, in der er hauptsächlich auf
Absatz hofft. Soll das Fabrikat hauptsächlich in den östlichen
Grenzländern Deutschlands, in denen die slavische Bevölkerung
überwiegt, verkauft werden, so wird er der Zigarette einen möglichst
kräftigen Geschmack geben, da ein solcher dort von den Kon
sumenten allgemein bei den Zigaretten gewünscht wird. Dieselbe
Geschmacksrichtung findet sich auch an der Westgrenze Deutsch
lands, namentlich in Elsaß-Lothringen, wo man, wie schon erwähnt,
noch von früher her an die kräftigen Qualitäten der französischen
Regie gewöhnt ist. Im ganzen übrigen Deutschland liebt man
dagegen vornehmlich die milden Qualitäten.
Bei aller gebührenden Beachtung solcher regionaler Geschmacks
verschiedenheiten ist es aber immer ein Hauptbestreben des Fabri
kanten, Mischungen von besonderer Eigenart herzustellen, die dem
Geschmack möglichst vieler entsprechen und so Gewähr für
großen Umsatz bieten; denn gelingt es ihm, auf diese Weise
(und unter Zuhilfenahme besonders starker Reklame) eine Bedarfs
konzentration auf wenigeSorten herbeizuführen, so erzielt er eine
wesentliche Vereinheitlichung und damit eine Verbilligung der
Fabrikation. *)
Als letztes Bestimmungsmoment bei der Zusammenstellung der
Mischungen kommt endlich noch, wie angedeutet, der Lager
bestand an den ausgewählten Tabaken in Betracht, denn es hat
natürlich für den Zigarettenfabrikanten kein Interesse, eine Marke,
vielleicht mit Aufwendung großer Mittel für Reklame usw., neu ein
zuführen, deren Herstellung ihm nach einiger Zeit auch nicht an
nähernd mehr in ursprünglicher Zusammensetzung möglich sein
wird, weil die zur Mischung verwendeten Tabakarten zum größten
Teil ausgegangen sind und auch kein passender Ersatz dafür be-
1) Über die Zahl der von den einzelnen Fabriken durchschnittlich her-
gestellten Zigarettensorten genaue Angaben zu machen, ist ziemlich schwer, da man
hier zwischen Marken unterscheiden muß, die nur (noch) gelegentlich, auf besondere
Bestellung hin, angefertigt werden, und solchen, die wirklich als „courant“ bezeichnet
werden können. Die Zahl letzterer beträgt bei größeren Fabriken, die einen weiten
Absatzkreis haben und deshalb auch die Geschmacksrichtungen einer großen, aus
den verschiedenartigsten Elementen zusammengesetzten Konsumentenschar berück
sichtigen müssen, mehr als hundert. Bei kleineren Fabriken ist sie entsprechend
dem kleineren und örtlich begrenzteren Konsumentenkreis niedriger.