Full text : Die deutsche Zigarettenindustrie

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und  mit  Falt-  oder  Klebnaht.  Die  Produktion  einer  Maschine,  die
Pltilsen  ohne  Mundstück  herstellt,  beläuft  sich  auf  ungefähr  6000
bis  10  000  Stück  in  der  Stunde,  einer  solchen,  die  Hülsen  mit
Mundstück  fertigt,  auf  höchstens  6000  Stück  in  gleicher  Zeit.  Die
Preise  dieser  Maschinen  schwanken  gewöhnlich  zwischen  1000  und
3000  Mark,  gehen  aber  noch  höher,  bis  7000  Mark,  hinauf.
Wie  es  Spezialbetriebe  gibt,  die  nur  Zigaretten-Schnittabak
herstellen,  so  gibt  es  auch  solche,  die  sich  ausschließlich  mit  der
Anfertigung  von  Zigaretten-Hülsen  und  -Blättchen  befassen.  Diese
Betriebe  fertigen  einerseits  Hülsen  aus  eigenem  Material  zum  Verkaufe ­
  an  Zigarettenfabrikanten  an,  anderseits  übernehmen  sie  auch
als  Lohnwerk  das  Zerschneiden  der  großen  Bogen,  in  denen  das
für  die  Handanfertigung  der  Hülsen  bestimmte  Zigarettenpapier  von
den  Papierfabrikanten  geliefert  wird.
Diese  Spezialbetriebe  arbeiten  gleich  den  Spezialtabakschneidereien
für  kleinere  Zigarettenbetriebe,  die  sich  weder  Schneidemaschinen
zum  kunstgerechten  Zerschneiden  der  Bogen  in  kleine  Blättchen
noch  Hülsenmaschinen  anschaffen  können.
Nach  den  Angaben  in  den  „Vierteljahrsheften“  *)  gab  es  im
Jahre  1908  in  ganz  Deutschland  sechsunddreißig  solche  Betriebe.
Hiervon  arbeiteten  acht  ohne,  dreizehn  mit  weniger  als  fünf  und  fünfzehn ­
  mit  fünf  und  mehr  Gehilfen.  Reine  Maschinenarbeit  fand  sich
in  siebzehn,  Hand-  und  Maschinenarbeit  in  elf  und  reine  Handarbeit
in  acht  aller  dieser  Betriebe.
E.  Die  endgültige  Herstellung  der  Zigaretten.
Tabak  und  Papier  ergeben  eine  Zigarette.  Deren  Herstellung
geschieht  auf  zweierlei  Weise,  einmal  mittels  Handarbeit,  dies  ist
das  ältere  und  noch  heute  für  Zigaretten  höherer  Preislagen  übliche
System,  zum  anderen  aber  mittels  Maschinenarbeit,  die  namentlich
bei  der  Fabrikation  billigster  Zigaretten  verwendet  wird.
Daß  heute  noch  eine  große  Anzahl  von  Zigaretten  (etwa  ein
Drittel  der  Gesamtproduktion)  und  zwar  gerade  die  besseren  mit
der  Hand  hergestellt  werden,  findet  seine  Begründung  darin,  daß
die  Maschinen  nicht  tadellose  Ware  liefern.  Bei  Herstellung  mittels
Handarbeit  werden  die  Zigaretten  loser,  leichter  gewickelt  als
dies  bei  den  Maschinen  der  Fall  ist,  von  denen  der  Tabak  meistens
zu  fest  zusammengedrückt  wird.  Deshalb  hat  eine  Handarbeits-Zigarette
  schon  infolge  der  besseren  Wickelung  einen  feineren
Geschmack  als  eine  mit  der  Maschine  hergestellte  Zigarette  von
1)  Vierteljahrshefte  1908,  Heft  III.
            
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