Full text : Die deutsche Zigarettenindustrie

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derselben  stellt  sie  sich  vielmehr  selbst  her.  Diese  Betriebe  weisen
eine  besondere  Abteilung  auf,  in  der  ständig  unter  Leitung  eines
Werkmeisters,  der  gelernter  Buchbinder  ist,  eine  größere  Anzahl
von  Arbeitern  (Papierschneider,  Kästchen-Zusammensetzerinnen,
Golddruckprägerinnen,  Nadlerinnen  u.  a.)  damit  beschäftigt  sind,
aus  den  von  Papierfabriken  bezogenen  Pappbogen  Schachteln  und
Kästchen  herzustellen.  Der  Produktionsprozeß  geht  hierbei  in
folgender  Weise  vor  sich:  Zuerst  stellt  der  Werkmeister  eine
Anzahl  von  Probekartons  verschiedenen  Formates  her,  die  er  im
Rohzustände  den  Fabrikleitern  zur  Beurteilung  vorlegt.  Diese
wählen  nun  aus  den  vorgelegten  Musterkartons  denjenigen  aus,
der  ihnen  am  besten  gefällt,  bez.  verwerfen  sie  alle  Muster  und
lassen  noch  einmal  eine  neue  Kollektion  anfertigen.  Haben  sie
sich  für  ein  bestimmtes  Format  entschieden,  so  kommt  nunmehr
die  nicht  immer  leichte  Wahl  der  Ausstattung  daran.  Auf  die
Deckel  der  Kartons  werden  gewöhnlich  Etiquetten  geklebt,  die  von
lithographischen  Anstalten  bezogen  werden.  Der  Etiquette  muß
auch  die  übrige  Ausstattung  der  Kästen  angepaßt  sein,  deren  Ausführung ­
  der  Fabrikleiter  zusammen  mit  seinem  Werkmeister  bespricht.
Ist  man  sich  endlich  über  die  gesamte  Ausstattung  der  Schachteln ­
  schlüssig  geworden,  so  werden  jetzt  erst  wieder  einige,  vollständig ­
  ausgestattete  Probekartons  hergestellt;  erst  wenn  diese  gefallen, ­
  wird  mit  der  Fabrikation  im  großen  begonnen:  Mit  Papierschneidemaschinen ­
  wird  die  zu  den  Kästchen  notwendige  Pappe
und  ebenso  das  zum  Bekleben  der  Kästen  erforderliche  Papier  in
passende  Stücke  geschnitten.  Aufgabe  bestimmter  Arbeiterinnen
ist  es  nun,  aus  den  zugeschnittenen  Pappstücken  die  Kästen  zusammenzuleimen ­
  ,  während  wieder  andere  Arbeiterinnen  die  zusammengeleimten ­
  Kästen  mit  Etiketten  und  Papier  bekleben.
Beschriebenes  Verfahren  ist  das  bei  der  Herstellung  fester
Kartonschachteln  übliche.
Für  die  Herstellung  der  leichten  „Schieberschachteln“  dagegen
bezieht  man  aus  Papierfabriken  dünne  Glanzpappe  in  Bogen,  die
man  in  lithographischen  Anstalten  mit  gewünschtem  Bilder-  und
Schriftaufdruck  versehen  läßt.  In  der  Kartonnagenabteilung  der
Zigarettenfabrik  selbst  wird  dann  aus  diesen  „Bilderbogen“  durch
Maschinen  die  zu  einer  Schachtel  ihren  äußeren  Umrissen  nach
notwendige  Pappe  ausgestanzt,  sodaß  es  nur  noch  einiger  Handgriffe ­
  seitens  einer  Arbeiterin  bedarf,  um  aus  dem  geformten  und
bedruckten  Pappstück,  das  zuvor  noch  von  einer  Ritzmaschine  bearbeitet ­
  worden  ist,  die  Schachtel  zu  falten  und  zu  kleben.
            
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