Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

ITALIEN. — Finanzen (Budget). 
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für Sicilien Lire 3T’HüH,95« 
- das Neapolitanische - 25’ii48,122 
- Toscana . - T’271,844 
- die Emilia, Umbrien und die Marken - 19’270,323 
- die I.ombardei - S’267,2b2 
- die Insel Sardinien - 23*293,121 
- Piemont - 15’52H,585 
Zusammen Lire 140,163,132 
Zieht man aber auch alle ausserordentlichen Etats ab (obwol in 
denselben sehr Vieles enthalten ist, was in das gewöhnliche Budget ge 
hört), so bleibt doch immer folgendes niederschlagende Ergehniss : 
ordentl. £inn. ordentl. Ansg. Seflcit 
1860 469*115,(9)0 571*277,000 102*162,000 
1861 456*700,000 643*050,000 186*350,000 
1862 469*500,000 717*000,000 247*500,000 
Sonach Deficit in 3 Jahren blos im s. g. ordentl. Etat 536*012,000 
Um die ganze Schwierigkeit der Finanzlage zu überblicken, ge 
nügen diese Zahlen indess keineswegs. Das Verhältniss ist vielmehr 
dieses; Der Finanzminister berechnete zu Anfang des Jahres 1804, das 
Deficit habe betragen ; 1861 504 Mill., 1802 353, 1803 377. Nehmen 
wir den Anschlag für 1804 nur mit 250’ dazu, so ergab sich in dieser 
kurzen Zeit von 4 Jahren ein Ausfall von nicht weniger als 1400 Mill, 
oder ungefähr anderthalb Milliarden. Eine der Regierung befreundete 
Feder (bei Correnti und Maestri) gesteht aber offen einen Ausfall von 
970’ in dem ordentl. und 897’ in dem ausserordentl. Budget, zus. also 
1867 Mill, zu! Dabei hat man überdies für 370 Mill. Staatsgüter ver 
kauft und eine schwebende Schuld geschaffen, deren Ertrag bei den 
Einnahmen eingerechnet ist. Das ganze wirkliche Deficit in den 4 Jah 
ren entziffert sich auf 2285 Mill. ! Ver gl. Annuario statistico italiano, 
1864, p. 089.) 
Um die Einkünfte zu der oben angegebenen Höhe emporbringen 
zu können, hatte man eine Menge Auflagen in den verschiedenen annec- 
tirten Ländern neu eingeführt oder bestehende erhöht. Man ist damit 
bereits vielfach zu dem Punkte gelangt, bei welchem eine Steigerung der 
Auflagen keine Erhöhung der Einnahmen mehr gewährt! In der Abge 
ordnetensitzung vom 4. Nov. 1804 entwarf der Finanzminister Sella ein 
trostloses Bild von der finanziellen Lage des Staates. Er äusserte : 
Als über das Budget von 1864 verhandelt wurde, glaubte man den laufen 
den Dienst des Jahres mittelst der angewiesenen Mittel decken zu können ; man 
erwartete, dass am 1 . Januar die drei neuen Steuern, die Grund-, Mobiliar- und 
Consumtionssteuer, in Kraft treten und 52 Millionen mehr ergeben würden ; 
allein sie konnten nicht sogleich von dem besagten Termin an erhoben werden, 
und daraus und aus andern Verhältnissen entstanden folgende Differenzen : Die 
Grundsteuer ergab statt der veranschlagten Mehreinnahme von 17 Millionen 
nur eine solche von 8 Millionen, die Consumtionssteuer statt 11 nur 3 Millionen 
und die Mobiliarsteuer konnte noch gar nicht erhoben werden. Da aber mitt 
lerweile auch die bisherige Steuer aufhörte, so stellte sich statt einer Mehrein 
nahme von 6 eine Mindereinnahme von 8 Millionen ein. Statt der in Aussicht 
genommenen Mehreinnahme von 52 Millionen ergab sich daher eine von 3 Mil 
lionen, und es fehlen daher 49 Millionen in dieser Budgetabtheilung. Die Bud 
getcommission ging auch von der Ansicht aus, dass im laufenden Jahre der 
noch 200 Millionen betragende Rest der letzten Anleihe begeben würde ; dafür 
konnte man indess nur etwa 197 Millionen erhalten. Die Budgetcommission 
rechnete ferner auf 210 Millionen aus dem Verkauf von Domänen und geistli-
	        
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