Kapitel III. Die Pessimisten.
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Im Allgemeinen können wir sagen, daß sich Ricardo hauptsächlich
mit der Verteilung der Güter beschäftigt hat. Hierin hat er in Wahr
heit ein neues Feld eröffnet, denn seine Vorgänger haben sich fast nur
mit der Produktion befaßt. „Die Gesetze, denen diese Verteilung
untersteht, festzulegen, ist die Hauptaufgabe der Nationalökonomie.“ —
Man kannte allerdings schon die Dreiteilung des Einkommens, in Über
einstimmung mit der Dreiteilung der Produktionsfaktoren, —• die Rente
für den Boden, den Profit für das Kapital, den Lohn für die Arbeit —;
Ricardo will aber feststellen, in welcher Weise diese Verteilung vor sich
geht, und welche Gesetze den Anteil eines jeden bestimmen. Wenn
Ricardo diese Untersuchung auch ohne jede normative Gerechtigkeits
voraussetzung führt, so läßt sich leicht voraussehen, daß er die Ära
der Polemik und sogar des Sozialismus eröffnen wird. Auf der einen Seite
nämlich treten in der Verteilung der Güter die Naturgesetze gegenüber
geschriebenen Gesetzen und menschlichen Einrichtungen zurück, und auf
der anderen sind dieselben individuellen Interessen, die in der Produktion
Zusammenwirken, in der Verteilung antagonistisch.
großes Vermögen, das man sogar auf 40 Millionen Fr. geschätzt hat, was aber, besonders
für seine Zeit, enorm gewesen wäre und wahrscheinlich übertrieben ist.
Ganz natürlich waren es Fragen des Bankwesens, die ihn zuerst sich mit der
volkswirtschaftlichen Wissenschaft beschäftigen ließen. Zu jener Zeit hatte der Krieg
mit Frankreich eine solche Entwertung der Banknoten in England herbeigeführt, daß
nicht nur Spezialisten, sondern auch Privatleute sich viel mit dieser Frage befaßten.
Damals, 18/0, veröffentlichte er seinen ersten Aufsatz: Über den hohen Geld
preis als Beweis für die Entwertung der Banknoten. Er war zu dieser
Zeit 38 Jahre alt und ließ dieser ersten Arbeit bald weitere über Kredit und Bankwesen
folgen. Diese kleineren Streitschriften jedoch ließen kaum ahnen, mit welchen tief
eingreifenden Untersuchungen über die Grundsätze der Wissenschaft er sich beschäf
tigte — anscheinend zu seiner persönlichen Unterhaltung, denn sie scheinen nicht
für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen zu sein, — die endlich 1817 unter dem Titel:
Principles of political Economy herausgegeben wurden.
Als er sie veröffentlichte, ahnte dieser „businessman“ sicherlich nicht, daß er
dadurch die Grundpfeiler des kapitalistischen Wirtschaftsgebäudes erschüttern würde.
1819 wurde er Mitglied des Unterhauses, doch scheint er als Redner nicht
glänzender, denn als Schriftsteller gewesen zu sein, obschon er übrigens vom Haus
mit größter Achtung angehört wurde. „Ich habe zweimal angefangen zu sprechen,
war aber so befangen, daß ich alle Hoffnung aufgebe, der Furcht Herr zu werden, die
mich jedesmal überfällt, wenn ich meine eigene Stimme höre.“
Im Jahre 1821 gründete er den Klub „Political Economy“, der wahrscheinlich
die erste der zahlreichen Gesellschaften für ökonomische Studien war, die seitdem in
allen Ländern gebildet worden sind. 1822 gab er eine Abhandlung über den Schutz
der Landwirtschaft heraus. Er starb im Jahre 1823, 61 Jahre alt.
Seit seinem Tode hat man pietätvoll seine Schriften gesammelt und besonders
seine Briefe veröffentlicht. Er stand in regem Briefwechsel mit den bedeutendsten
Nationalökonomen seiner Zeit, wie Malthus, Mao Culloch, J.-B. Say und anderen.
Diese Briefe und ihre Beantwortungen sind für das Verständnis seiner Lehren äußerst
wertvoll.
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