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Zweites Buch. Die Gegner.
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wiederkehrte, würde er, der mit solcher Entschiedenheit den relativen
Wert der verschiedenen Handelssysteme, die Notwendigkeit, sie den
wechselnden Bedingungen der Zeitläufte und der Völker anzupassen,
betont hat, und der hohe Zölle immer nur als vorübergehende Maßregel
zuließ, wahrscheinlich auf der Seite derer sein, die eine Erniedrigung d el
Zollschranken gerade im Interesse einer freieren Ausdehnung der p r0 '
duktiven Kräfte fordern. Hat er nicht selbst angekündigt, „daß nach
Verlauf einiger Jahrzehnte durch die Vervollkommnung der Transport
mittel die zivilisierten Nationen der Erde in Beziehung auf den materielle 11
wie auf den geistigen Verkehr so eng oder noch enger unter sich verbunden
sein werden, wie vor einem Jahrhundert die verschiedenen Grafschaften
von England“? 1 )
Die einschneidenden Veränderungen der wirtschaftlichen Lage, llU1
seit 60 Jahren eingetreten sind, gestatten heute nicht nur nicht mehr, de
Schutzzoll der großen handeltreibenden Nationen durch die Notwendig
keit einer „industriellen Erziehung“ irgendwie zu rechtfertigen, sondern
die hauptsächlichsten Merkmale dieses Systems stehen in Widerspru 0
mit den von List aufgestellten Grundregeln. Weit davon entfernt, die
Landwirtschaft ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen, wie er eS
wollte, hat vielfach gerade der Schutz der Landwirtschaft (unter Andere® 1
in Frankreich und in Deutschland) als Vorwand gedient, den Zolltari
ganz allgemein zu erhöhen. Die Konkurrenz des amerikanischen Getreides
war im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts die brutale Tatsache, die 1
Europa die Verwirklichung der optimistischen Voraussagungen List’s übe^
die notwendige Befruchtung der Landwirtschaft durch die Industrie v eX
hindert hat. Die modernen Zolltarife, die zur gleichen Zeit die landwir
schaftlichen und die industriellen Produkte umfassen, setzen eine g& n
andere Schutzzollidee voraus, als List sie hatte. Für ihn sollte sich de
Schutzzoll auf gewisse Hauptzweige der nationalen Produktion beschränke ’
auf die Hauptindustrien, von denen die anderen ihren Saft ziehen, '’V
Zweige aus dem Ast 2 ). Hierdurch allein kann die Ausnahmestellung,
D Nat. Syst. Ausg. Cotta, S. 190. Wir geben übrigens nicht vor, behaupt^
zu wollen, daß zur Zeit List’s die Lage Deutschlands stärker als heute einen Sc g
zoll erheischte. Man kann dies bezweifeln, wenn man daran denkt, daß ChaptaI'
n. 1 t) A\ T A T_ A i : _ A^-r, orcflfill **** P
von Sachsen sagte: „daß dieses Land sich durch seine Industrie in den ersten ly**®
der Manufakturvölker Europas gestellt habe“ (De l’industrie fran$aise, ' g
S. 75) und von Preußen: „daß allein schon die Industrie Aachens und seiner Umgc^.^
genügen würde, um ein Volk auszuzeichnen“ (ebenda S. 76), und wenn man sich en ^
daran erinnert, daß der ganze Grund zu dem heutigen Wohlstand Deutschlands u
einem höchst liberalen Regierungssystem gelegt worden ist. , -ijch,
2 ) Nat. Syst. Ausg. Cotta, S. 261—262. „Auch ist es keineswegs erfor g c hut&
daß alle Industriezweige auf gleiche Weise beschützt werden. Besonderen ^
erfordern nur die wichtigsten Zweige, zu deren Betrieb große Anlags- und oß ^
kapitale, viele Maschinerie, also viele technische Kenntnisse, Geschicklichkei e ers j. eI i
Übungen und viele Arbeiter erfordert werden und deren Produkte unter die