Kapitel V. Proudhon und der Kapitalismus von 1848.
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Welt geschleudert, keine neuen Gedanken, aber Gedanken in einer neuen
Form von zündender Kraft.
Man findet jedoch in diesem Buche geistreiche Ausblicke, von
denen besonders einer hervorgehoben zu werden verdient, nicht so sehr
seiner Wahrheit als seiner Originalität wegen. Alle sozialistischen Theoretiker
haben sich gefragt, wie die beständige Beraubung, die die Kapitalisten
und Grundeigentümer ausüben, sich Tag für Tag fortsetzen kann,
ohne eine dauernde Revolte bei den Arbeitern hervorzurufen, ja ohne daß
diese sich überhaupt dieses Vorganges bewußt werden? Liegt hierin
weht etwas ganz Unwahrscheinliches? Die Frage ist allerdings schwierig
genug und wohl für besonderen Scharfsinn geschaffen. Marx löst sie
durch seine Theorie des Mehrwertes; Rodbertus einfacher durch den
Gegensatz zwischen der im Tausch verwirklichten wirtschaftlichen Teilun
g und der sozialen Beraubung, die sich hinter ihrer scheinbaren Gerechtigkeit
verbirgt. Proudhon löst sie auf seine Weise. Nach ihm besteht
zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein beständiger „Rechenfehler“!).
Der Arbeitgeber zahlt jedem Arbeiter den Wert seiner indiv
iduellen Leistung, streicht aber das Produkt der kollektiven Kraft Aller
für sich ein, ein Produkt, das die ganze Summe ihrer individuellen Leistungen
bedeutend übersteigt. Dieser Überschuß stellt den Profit vor.
»Man sagt, daß der Kapitalist die Arbeitstage der Arbeiter bezahlt;
um genau zu sein, muß man sagen, daß der Kapitalist so oft einen Arbeitstag
bezahlt, als er an jedem Tage Arbeiter beschäftigt, was durchaus
nicht auf das Gleiche hinausläuft. Denn die ungeheure Kraft, die
sich aus der Einheit und Harmonie der Arbeiter, der zweckmäßigen Übereinstimmung
und Gleichzeitigkeit ihrer Anstrengungen ergibt, die hat
® r nicht bezahlt. Zweihundert Grenadiere haben in einigen Stunden
. en Obelisk von Luxor aufgerichtet; glaubt man, daß ein einzelner Mensch
in zweihundert Tagen diese Arbeit hätte ausführen können? In der
Rechnung des Kapitalisten jedoch wäre die Lohnberechnung die gleiche ).
°° glaubt sich der Arbeiter bezahlt, ist es aber in Wirklichkeit nur zum
£ eü > und infolgedessen „behält er, selbst wenn er seinen Lohn erhalten
“nt. ein Eigentumsrecht auf die Sache, *die er erzeugt hat“ 3 ). So scharts
mmg auch diese Erklärung ist, so ist sie deshalb nicht weniger falsch.
Sobald die Broschüre Proudhon’s herauskam, war ihr Verfasser
erühmt, und zwar nicht nur bei dem großen Publikum, das nur die
chlagworte kannte, sondern auch unter den Volkswirtschaftlern. Mehrere
°n ihnen, wie Blanqui und Joseph Garnier interessierten sich für
Vor. In einem Briefe sagt er: „Dies ist der Grundgedanke meines Ersten Memoire.“
<W WTE ' Beuve ^geführt in P.-J. Proudhon, S.90, - und er beklagt sich spater
® r ’daß dieser Gedanke nie diskutiert worden sei.
, Br°pri6t6, l«r Mümoire, S. 94.
) Ebenda, S. 91.