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Drittes Buch. Der Liberalismus.
Ritterlichkeit in der Volkswirtschaft“ nennt 1 ). Wenn wir versuchen,
uns die zukünftige oder doch wenigstens die wünschenswerte Gesellschaft
vorzustellen, so fühlen wir uns zu der Hoffnung verpflichtet, daß die
Triebkraft der ganzen wirtschaftlichen Tätigkeit, die heute die Profitsucht
ist, nach und nach dem Gedanken des sozialen Dienstes Platz
macht. An dem Tage wird man Bastiat ein Denkmal setzen können.
§ 2. Das Gesetz des unentgeltlichen Nutzens und der
Rente.
Das Gesetz der Rente, wie es Ricardo aufgestellt hatte, war das
Schreckbild der Optimisten. Wäre es unglücklicherweise wahr gewesen,
so wäre ihnen nach ihrer Ansicht nichts weiter übrig geblieben, als den
Sozialisten recht zu geben, die im Grundeigentum einen sozialen Schädling
erblickten. Um jeden Preis mußte daher nachgewiesen werden, daß dieses
Gesetz ohne Grundlage sei, und Bastiat hat sich bemüht, die These zu
begründen, die zuerst wie eine Ungeheuerlichkeit anmutet, nämlich, daß
der Boden oder die Natur ihre Güter allen Menschen umsonst gibt.
Wie, wird man ausrufen, das Getreide oder die Kohle und alle Produkte
des Grundes und des Untergrundes werden nicht bezahlt, haben keinen
Wert? — Doch, antwortet Bastiat, aber dieser Preis bezahlt nicht die
natürliche Nützlichkeit dieser Produkte: er bezahlt nur die Arbeit der
Produktion, er erstattet nur die von dem Besitzer gemachten Auslagen
zurück.
Auf diese Weise mußte man in jedem Erzeugnis zwei übereinander
liegende Schichten von Nützlichkeit unterscheiden. Die eine beruht auf
der Arbeit, und diese muß bezahlt werden, ist ein kostendes Ding und
macht das aus, was man den Wert nennt; die andere verdanken wir der
Natur: sie wird als solche niemals bezahlt, sondern sozusagen als Zugabe
gegeben. Wenn diese unterliegende Schicht unbekannt ist, obgleich
sie eine beträchtliche Bedeutung hat, so liegt das gerade daran, daß sie
im Preise nicht zum Ausdruck kommt und sich deshalb dem Blick entzieht:
sie ist unsichtbar, weil sie unentgeltlich ist.
Das aber, was unentgeltlich ist, gehört allen gemeinsam, wie die
Luft oder das fließende Wasser. Man kann daher den gleichen Gedanken
ausdrücken, indem man sagt, daß unter der zutage liegenden Schick
der Werte, die das individuelle Eigentum ausmacht, eine andere unsichtbare
Schicht vorhanden ist, die der Gemeinschaft gehört, und von der
alle Nutzen haben. „Das, was auf Grund göttlicher Vorbestimmung
B Economie Journal, März 1907, Social possibilities of Econoffli 6
Chivalry.