Kapitel I. Die Optimisten.
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Pulver, so hat man das Interesse des Produzenten im Auge und entschuldigt
oder billigt sogar diese Ausgaben: man muß aber den Verbraucher im
Auge halten, und dann wird man ohne Zögern diese Zerstörung von Gütern
verurteilen, da sie unnützen Verbrauch vorstellen.
Bastiat begnügt sich nicht damit, die wirtschaftliche Vorzugsstellung
des Verbrauchers festzustellen: er will für ihn auch eine moralische Vorzugsstellung
nachweisen. „Wenn die Menschheit sich vervollkommnet,“
sagt er, „so geschieht das nicht durch Versittlichung des Produzenten,
sondern des Konsumenten.“ 1 ) So behauptet er z. B., daß es der Verbraucher
und nicht der Produzent ist, der für schädliche Produktionen, wie z. B.
die des Alkohols, verantwortlich ist 2 ). Dieser von Bastiat der Wissenschaft
geleistete Beitrag erscheint uns nun von der größten Bedeutung.
Er ist vielleicht der, der von seinen Werken den längsten Bestand haben
uud ihm seinen Platz unter den großen Volkswirtschaftlern sichern wird.
Er irrte sich nicht, als er auf seinem Sterbebette seinen Schülern das Wort,
uovissima verba, als letzte Lehre hinterließ: „Die Nationalökonomie muß
vom Gesichtspunkt des Verbrauchers aus behandelt werden.“ Hierdurch
unterscheidet er sich von seinem großen Gegner Proudhon, der im Gegenteil
stets nur den Produzenten im Auge gehabt hat.
Was man Bastiat aber vorwerfen kann, ist sein allzu fester Glaube
uri die natürliche Harmonie, auf Grund dessen er überzeugt war, daß die
Herrschaft des Verbrauchers von selbst eintreten würde, wenn man nur
den wirtschaftlichen Gesetzen freies Spiel ließe. In Wirklichkeit ist diese
Herrschaft nicht gekommen, und der wirtschaftliche Mechanismus hat
sich mehr und mehr zum Vorteil des Produzenten ausgebildet. Daher ist
es nötig geworden, daß die Verbraucher sich organisieren, um ihre Interessen,
und mit diesen Interessen” auch das höhere Interesse der Allgemeinheit
zu verteidigen, das mit dem ihren eins ist. Auf diese Weise sind die
Konsumgenossenschaften und die ganz modernen Konsumentenverbände
entstanden. Aber auch die Versittlichung des Verbrauchers hat sich nicht
| ,<)n selbst gemacht. Es bedurfte der sozialen Einkaufsvereine, der Mäßig-<
eitsvereine usw., um ihn seine Verantwortlichkeit und seine Pflichten
zu lehren.
Die BASTiAT’sche These ist es, die ie “*dentoziMe^Käufersumenten,
von den Konsumgenossenschatten dis z Arbeiterpartei
bünden leitet; aber sie wird heftig von dem °j5 stverställ dlicherweise die
nnd von dem Syndikalismus bekämpft, Produzentenmoral
Überlegenheit der Produzenteninteressen und gar au
behauptet 3 ).
b Harmonies, Kap. VI, S. 419. Vorwort zu den (Euvres completes
*) Von seinem Freunde Paiixotet m dem Vorwo
angcführt - Produzentenmoral bei Proudhon und Sorel:
i n , \ die Verherrlichung dieser
roduction ä l’Economie moderne.