Tür und Tor geöffnet wurde. Nur selten gelang es, diesem Mangel
durch besondere Gesetze entgegenzuwirken.
Wenn die Dezentralisation der staatlichen Verwaltung, des
Steuer- und Finanzwesens viele Nachteile mit sich brachte, so
wirkte andererseits die innere Geschlossenheit der städtischen
Macht in der Richtung einer Konzentration der Kräfte. Die Ge -.
samtmacht der nordniederländischen Städte
wurde. ja zweifellos vermehrt durch ihreinnereVer-
fassumg,, die während der Dauer der Republik
überall eine aristokratisch-oligarchische,
anı/den! Besitz des Patriziatsigebundenel/ und
dadurch in den Stand gesetzt war, Jahrhunderte hindurch gewisse
feste Ziele bewußt und rücksichtslos zu verfolgen. Diese Ziele aber
erstreckten sich ebenso auf die politische Herrschaft wie auf die
Behauptung der wirtschaftlichen Grundlagen und Ansprüche der
Stadt. Das ist im großen Maßstabe in Amsterdam der Fall ge-
wesen wie in kleinerem. in den übrigen Städten.
Es ist oben bereits des Kapitalismus und der ihm
zugeschriebenen Verbindung mit dem Kalvinismus gedacht. Der
Kapitalismus, oder besser gesagt das Großunternehmertum, ist aber
noch kurz zu betrachten in seinen Beziehungen zur Stadt. Der
holländische Kapitalismus istleine ausschließ-
Yıch,aus der Stadt hervorgegangene Erschei-
nung. Hier fand sich das auf dem mobilen Kapital begründete
Großunternehmertum zusammen. Dieses Kapital war es, das den
Holländern half, alle Widerstände im Ostseehandel zu besiegen
und die dortigen Konkurrenten durch Preisunterbietung in den
Schatten zu stellen. Durch die südniederländischen Einwanderer,
später die Refugies, hat dieses Kapital weitere Vermehrung er-
fahren. Es arbeitete sowohl in der Schiffahrt und in der Herings-
reederei als auch in der Industrie. Wenn auch, was wahrscheinlich
ist, die Reederei zum großen Teil Partenreederei war und ihr Risiko
sich dadurch auf zahlreiche Einzelunternehmer verteilte, so war
sie doch durch die Menge der oft in einer Hand vereinigten Schiffs-
parten und ihre enge Verbindung mit dem Großhandel kapitalistisch,
großunternehmerisch organisiert. In der Industrie tritt das Groß-
unternehmen am frühesten in städtischen Gewerben, so in der
Ölfabrikation, Seifensiederei, Brauerei in Amsterdam zutage, meist
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