künftighin auch die Frau finden, daß eben jene Eigenschaften,
die in einer früheren Periode ihren sozialen Wert und
ihre Arbeitsfähigkeit verminderten, diese weiterhin nicht
schmälern, sondern erhöhen; daß die Feinheit ihrer Hand,
die Zartheit ihres Baues, die verhängnisvoll waren, solange
die Hauptarbeit des Lebens darin bestand, eine Streitaxt zu
schwingen oder eine Last zu heben, kein Hindernis mehr,
sondern sogar einen Vorteil auf den geistigen Gebieten und
den Feldern feinerer mechanischer Arbeit bilden werden;
daß das Übergewicht an Nerven gegenüber Muskeln und
die Neigung zu erhaltender und schöpferischer gegenüber
kampflustiger und zerstörender Tätigkeit, weit davon entfernt,
sie von den wichtigsten Gebieten menschlicher Arbeit
auszuschließen, ihre Eignung für dieselben steigern
wird. Wir haben dafür in der Gegenwart keine Beweise;
aber vielleicht wird es sich in Zukunft zeigen, daß die langen
Jahre der Knechtschaft und physischen Unterwerfung,
sowie die Erfahrung als Gebärerin und Beschützerin des
Kindes der Frau als eine Art sekundären Geschlechtsmerkmals
einen erhöhten sozialen Instinkt, ein besonders starkes
menschliches Mitgefühl und instinktives Verständnis
verliehen haben. In diesem Falle wäre es nicht nur möglich,
sondern sicher, daß in kommenden Zeiten, in denen
die Arbeit des Menschengeschlechtes eine mehr erhaltende
als zerstörende sein wird, in denen das Aufbauen und Entwickeln
der Menschheit und nicht die gegenseitige Vernichtung
die Hauptarbeit bilden werden, die Frau als Frau,
kraft jener Merkmale, die sie vom Manne unterscheiden,
berufen sein werde, eine hochwichtige Rolle in der Tätigkeit
der Menschheit zu spielen. Dieser Gegenstand ist von
ausgesuchtem und eigenartigem Interesse; aber in praktischer
Beziehung ist es für die Menschheit nicht so sehr 1 von
Wichtigkeit, welches von den beiden Geschlechtern, die
stets zusammen bestehen müssen, am besten für diese oder
jene Arbeit zu dieser oder jener Zeit geeignet ist, noch