Full text : Inflation und Geldentwertung

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Die  Finanzwirtschaft  während  des  Krieges  usw.

land  ihrem  Ende  entgegengingen,  sowie  planmäßige  Kreditaufnahme
im  Ausland)  ergänzt  bzw.  ersetzt  werden  mußte,  wie  dies  in  England ­
  bekanntlich  mit  solchem  Erfolge  geschehen  ist,  daß  beispielsweise ­
  in  Amerika  der  Kurs  für  £-Wechsel  sogar—allerdings  mit  weitgehender ­
  Hilfe  amerikanischer  Banken  —  mit  nur  wenigen  Punkten
unter  der  Parität  stabilisiert  werden  konnte.  Erst  verhältnismäßig
spät  sind  in  Deutschland  den  Zahlungsmittelbedarf  einschränkende
Maßnahmen  bezüglich  der  Einfuhr,  der  Schaffung  von  ausländischen
Zahlungsmitteln  dienenden  Maßnahmen  (wie  die  Steigerung  der  Ausfuhr, ­
  der  Ausfuhrpreise  [Kohle  in  der  Schweiz],  die  Heranziehung
ausländischer  Wertpapiere,  die  staatlich  garantierten  Kreditaufnahmen ­
  im  Ausland)  und  endlich  die  Bekämpfung  der  ausländischen ­
  (und  österreichischen)  Spekulation  bezweckende  Maßnahmen ­
  erfolgt,  bis  zu  guter  Letzt  —  nach  scharfer  und  zweifellos
übermäßiger  Entwertung  der  Mark  im  Ausland  —  die  sog.  kombinierten ­
  Handels-  und  Kreditabkommen  mit  den  neutralen
Ländern  Besserung  in  der  Gestaltung  der  deutschen  Wechselkurse
versprachen  —,  soweit  dies  überhaupt  möglich  war.
2.  Soweit  dies  möglich  war:  denn  so  unbestreitbar  es  ist,
daß  die  Entwertung  der  deutschen  Valuta  im  Ausland  auf  die
Störungen  des  internationalen  Zahlungsverkehrs  zurückzuführen  ist,
ebenso  sicher  ist,  daß  sie  im  Zusammenhang  mit  der  Inflation,  mit
der  Kaufkraftaufblähung  der  Einzelwirtschaften  und  dadurch  auch
mit  der  Preissteigerung  im  Innern,  daß  sie  im  Zusammenhang  mit  der
inländischen  Geldentwertung  steht.  Das  geht  schon  daraus  hervor,
daß  die  Zahlungsbilanz  auch  den  Warenverkehr  mit  dem  Ausland
umschließt,  der  sowohl  von  dem  Stande  der  inländischen  Preise
beeinflußt  wird,  als  er  auch  andererseits  wieder  auf  den  Stand  der
inländischen  Preise  zurückwirkt.  Während  in  den  Geschäftsberichten ­
  der  Reichsbank  und  in  den  Denkschriften  an  den  Reichstag, ­
  die  wirtschaftlichen  Maßnahmen  betreffend,  gesagt  wird,  daß
der  Rückgang  des  Markkurses  nichts  mit  der  Währung,  also  auch
nichts  mit  der  Entwertung  der  Mark  im  Inland  zu  tun  habe,  ist
heute  in  der  Literatur  die  Neigung  zu  beobachten,  die  Bedeutung
der  Zahlungsbilanz  für  die  Gestaltung  der  Wechselkurse  als  mehr
oder  wenigei  unerheblich  hinzustellen  und  die  Bedeutung  des  inländischen ­
  „Preisniveaus“  stärker  in  den  Vordergrund  zu  schieben.
Cassel  glaubt  sogar  allgemein  eine  Parallelität  zwischen  der
Entwertung  der  Wechselkurse  und  der  Inflation  bzw.  der  Geld-
            
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