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Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise.
um die Hälfte konfiszieren kann, so nimmt das Ganze den Charakter
einer wohldurchdachten Steuer an, bei dem die Wertverringerung
der Noten nur ein Glied in der Kette einer großem Zahl von Maß
nahmen darstellt. Hierfür ist das Beispiel in Tschecho-Slovakien
lehrreich: Es wurde bestimmt, daß alle im Lande umlaufenden
Noten abgestempelt werden sollten, wobei neben einer für den
Staat bestimmten Gebühr* von 1% von den ein gelieferten Noten
die Hälfte in abgestempelten Noten und der Rest in Gestalt einer
lproz. Zwangsanleihe zurückgegeben wurden. Außerdem mußten
innerhalb einer kurzbefristeten Zeit genaue Vermögensregister
eingereicht werden, in denen der Besitz der Zensiten an Wert
papieren, Depositen, Grundstücken, Waren und sonstigen Gegen
ständen verzeichnet war. Bezüglich der lproz. Zwangsanleihe
wurde bestimmt, daß sie später bei den zur Einführung gelangenden
Steuern in Zahlung gegeben werden konnte, wodurch die An
passung an die Steuerleistungsfähigkeit des einzelnen Zensiten
sichergestellt war.
In diesem Beispiel handelte es sich also um einen geschlossenen
Steuerplan, bei dem alle Lücken (durch Schließung der Börse,
Moratorium, Einstellung des Außenhandels, Vermögensverzeich
nis) sorgfältig verstopft waren. Und die Wirkung? Soweit Be
richte bis jetzt vorliegen: nicht nur weitgehende Zurückhaltung
der Noten und umfangreiche Eälschungsversuche bei der Ab
stempelung, sondern auch eine starke Steigerung aller Preise —
und Zurückhaltung der Bauern in ihren Lieferungen, weil sie das
Ende all dieser Maßnahmen nicht abzusehen vermögen.
Und von hier aus ergibt sich die unsinnigste, keineswegs aber
seltene Vorstellung: man stempele alles Papiergeld auf die Hälfte
herab, setze alle Schulden und Forderungen auf die Hälfte ihres
Wertes an, ermäßige alle Preise um die Hälfte — und alles ist wieder
in Ordnung. Das Ei des Kolumbus! Wenn alle Preise um die Hälfte
heruntergesetzt werden, dann müßte logischerweise auch das Ein
kommen auf die Hälfte herabgesetzt werden. Damit wäre an den
tatsächlichen Zuständen selbstverständlich nichts geändert. Wird
aber nicht gleichzeitig das Einkommen auf die Hälfte herabgesetzt,
dann würden diesem hauptsächlichsten Teil der Kaufkraft der
Einzelwirtschaften niedrigere Preise gegenüberstehen, die solange
unhaltbar sein würden, als der Mangel an Waren anhält und, wie
oben ausgeführt, nicht eine andere Mengenverteilung möglich ist,