Full text: Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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Zollbeamten wurde eingeschärft, daß sie ihr Augenmerk nur auf 
englische Waren zu richten hätten, daß das Warenregister des 
französischen Zollgesetzes nicht ohne weiteres auf diese Gegenden 
anzuwenden sei, indem z. B. in Frankreich jedes importierte Tuch 
aus England stamme, während man hier Unterschiede zu beobachten 
habe; überhaupt sollten die Zollbeamten stets bedenken, daß sie 
sich nicht innerhalb der französischen Grenzen, sondern in einem 
befreundeten Lande befinden, auf dessen Handel Rücksicht genommen 
werden müsse. Wo es ging, wurde die Tätigkeit der Zollbeamten 
erschwert oder vereitelt. Statt z. B., wie es Vorschrift und 
zweckentsprechend war, einen Douanier auf die in die Elbe ein 
laufenden Schiffe zu setzen, der sie von Stade bis Hamburg be 
gleiten und etwaige Betrügereien verhindern sollte, befahl Brune, 
daß diese Aufsicht von unwissenden Matrosen oder Soldaten aus 
geübt werde. Eine Zeitlang zwang er sogar den Zollinspektor 
Endel die Zolllinie Travenlünde—Harburg—Srade aufzuheben 
und seine 300 Zollwächter in Stade und Cuxhaven zusammen 
zuziehen. In der Zwischenzeit bewerkstelligte sich der Schmuggel 
natürlich mit größter Bequemlichkeit. 
Die Aufdeckung dieser Dinge hatte zur Folge, daß Brune am 
23. Juli 1807 abberufen wurde. Aber auch mit seinem Nachfolger 
Bernadotte war Napoleon nicht zufrieden; er warf ihm später 
vor, daß er „in Hamburg viel Geld gemacht habe". Tatsächlich 
fand sich Bernadottes Namen auf einer Liste derjenigen Franzosen, 
die vom Hamburger Senat mit „Geschenken" bedacht waren. 
Auch bei einem Verkauf konfiszierter Schiffe in Lübeck wies ihm 
de Dournon Unterschlagungen nach. Die Kaufleute hatten den 
leutseligen „Prinzen von Ponte-Corvo" gern und sahen nur mit 
geheimem Schmerz den Tafelluxus, den er trieb und den sie aus 
ihrer Tasche bezahlen mußten. Seine Verpflegung kostete täglich 
1000 fr., die aller höheren Offiziere im Monat über 100000 fr. 
Das sicherste Mittel, den Schmuggel zu verhüten, so erklärte 
de Tournon in feinem Bericht, sei, die holsteinischen Häfen, 
Tönning, Kiel, Glückstadt, Husum zu besetzen. Ginge dies aber 
aus politischen Gründen nicht an, so müsse man wenigstens den 
sachverständigen Zollbeamten die Aufsicht allein überlassen, ihnen 
volle Freiheit des Handelns geben, und Militär und Gensdarmerie 
anweisen, nur auf Verlangen der Douane einzugreifen, im übrigen
	        
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