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von Werkstätten und Wohnungen
durch Lagernlaffen faulender Gegenstände,
ungenügenden Verschluß von
Senkgruben und dergleichen; die
manchmal aller Lygiene spottende
Beschaffenheit der Flüssigkeit, die
Trinkwasser vorstellen sollte, und
in der die chemische Untersuchung
in verschiedenen Fällen Reste von
Fäkalstoffen feststellte.
Die Veröffentlichungen der
Arbeiter-Sanitätskommission machten
denn auch nicht wenig Aufsehen und
wurden in den Kreisen der Lausbesitzer
sehr unliebsam empfunden.
Im „Vorwärts" an den Pranger
zu kommen, war keine sehr angenehme
Sache, zumal gegenüber den im
„Vorwärts" zur öffentlichen Kenntnis
gelangten Mißständen die Sanitätsbehörden
nicht passiv bleiben konnten.
So sah sich der Leiter der Medizinalabteilung
des Berliner Polizeipräsidiums,
Medizinalrat Dr. Wernt
ch, veranlaßt, in der Vierteljahresschrift für gerichtliche Medizin und
öffentliches Sanitätswesen von den Veröffentlichungen der Arbeiter-Sanitätskommission
zu schreiben, sie bedeuteten einen „an sich nicht nur sachgemäßen,
sondern auch praktikablen und Nützliches verheißenden Weg". Viele „der regelmäßigen
Kontrolle leicht zu entziehende Anzuträglichkeiten" seien so „öffentlich
besprochen und — wo erreichbar — abgestellt" worden. Es hätte zwar
an Übertreibungen nicht gefehlt, der „Agitationszweck" sei „unverhüllt"
zutage getreten, aber „die Einsicht, daß jedermann für das Gemeinwesen
einzutreten hat, sollte ferner nicht bloße Theorie der Sozialisten sein".
Im Frühjahr 1893 nahm die Arbeiter-Sanitätskommission eine
eigene Erhebung über Wohnungsverhältnisse Berliner Arbeiter vor, um
an einer Probe zu zeigen, was hinsichtlich der Erforschung des Wohnwesens
in Berlin zu leisten war. Am sich nicht dem beliebten Vorwurf
der tendenziösen Leraushebung ausnahmsweise krasser Fälle auszusetzen,
wählte man eine verhältnismäßig neue, nach den Vorschriften der neuesten
Bauordnung errichtete Straße, die beim Görlitzer Bahnhof gelegene
Sorauerstraße, aus. Im Verein mit Dr. Alfred Blaschko arbeitete
Dr. Zadek Fragebogen aus, die später noch ergänzt und in Instruktionsstunden
den mit der Aufnahme Betrauten erläutert wurden. Eine Anzahl
von Studierenden der Medizin hatten sich neben Arbeitern für das Aufnahmewerk
zur Verfügung gestellt, das am Sonntag, den 26. Februar 1893,
ausgeführt wurde. Die Auszählung des Materials besorgten junge Kaufleute
unter Leitung von Dr. Ad. Braun, der auch die weitere Aufarbeitung
der Ergebnisse leitete und ihre Veröffentlichung übernahm. Sie
erfolgte in seiner Schrift: „Berliner Wohnungsverhältnisse, Denk-Bernstein,
Berliner Geschichte. III. 25
182. Bereitwilligkeitserklärung zur
Tätigkeit im Dienste der Arbeiter-Sanitätskommission