Object : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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von  Werkstätten  und  Wohnungen
durch  Lagernlaffen  faulender  Gegenstände, ­
  ungenügenden  Verschluß  von
Senkgruben  und  dergleichen;  die
manchmal  aller  Lygiene  spottende
Beschaffenheit  der  Flüssigkeit,  die
Trinkwasser  vorstellen  sollte,  und
in  der  die  chemische  Untersuchung
in  verschiedenen  Fällen  Reste  von
Fäkalstoffen  feststellte.
Die  Veröffentlichungen  der
Arbeiter-Sanitätskommission  machten
denn  auch  nicht  wenig  Aufsehen  und
wurden  in  den  Kreisen  der  Lausbesitzer ­
  sehr  unliebsam  empfunden.
Im  „Vorwärts"  an  den  Pranger
zu  kommen,  war  keine  sehr  angenehme
Sache,  zumal  gegenüber  den  im
„Vorwärts"  zur  öffentlichen  Kenntnis
gelangten  Mißständen  die  Sanitätsbehörden ­
  nicht  passiv  bleiben  konnten.
So  sah  sich  der  Leiter  der  Medizinalabteilung ­
  des  Berliner  Polizeipräsidiums, ­
  Medizinalrat  Dr.  Wernt ­
  ch,  veranlaßt,  in  der  Vierteljahresschrift  für  gerichtliche  Medizin  und
öffentliches  Sanitätswesen  von  den  Veröffentlichungen  der  Arbeiter-Sanitätskommission ­
  zu  schreiben,  sie  bedeuteten  einen  „an  sich  nicht  nur  sachgemäßen,
sondern  auch  praktikablen  und  Nützliches  verheißenden  Weg".  Viele  „der  regelmäßigen ­
  Kontrolle  leicht  zu  entziehende  Anzuträglichkeiten"  seien  so  „öffentlich
besprochen  und  —  wo  erreichbar  —  abgestellt"  worden.  Es  hätte  zwar
an  Übertreibungen  nicht  gefehlt,  der  „Agitationszweck"  sei  „unverhüllt"
zutage  getreten,  aber  „die  Einsicht,  daß  jedermann  für  das  Gemeinwesen
einzutreten  hat,  sollte  ferner  nicht  bloße  Theorie  der  Sozialisten  sein".
Im  Frühjahr  1893  nahm  die  Arbeiter-Sanitätskommission  eine
eigene  Erhebung  über  Wohnungsverhältnisse  Berliner  Arbeiter  vor,  um
an  einer  Probe  zu  zeigen,  was  hinsichtlich  der  Erforschung  des  Wohnwesens
  in  Berlin  zu  leisten  war.  Am  sich  nicht  dem  beliebten  Vorwurf
der  tendenziösen  Leraushebung  ausnahmsweise  krasser  Fälle  auszusetzen,
wählte  man  eine  verhältnismäßig  neue,  nach  den  Vorschriften  der  neuesten
Bauordnung  errichtete  Straße,  die  beim  Görlitzer  Bahnhof  gelegene
Sorauerstraße,  aus.  Im  Verein  mit  Dr.  Alfred  Blaschko  arbeitete
Dr.  Zadek  Fragebogen  aus,  die  später  noch  ergänzt  und  in  Instruktionsstunden ­
  den  mit  der  Aufnahme  Betrauten  erläutert  wurden.  Eine  Anzahl
von  Studierenden  der  Medizin  hatten  sich  neben  Arbeitern  für  das  Aufnahmewerk ­
  zur  Verfügung  gestellt,  das  am  Sonntag,  den  26.  Februar  1893,
ausgeführt  wurde.  Die  Auszählung  des  Materials  besorgten  junge  Kaufleute ­
  unter  Leitung  von  Dr.  Ad.  Braun,  der  auch  die  weitere  Aufarbeitung ­
  der  Ergebnisse  leitete  und  ihre  Veröffentlichung  übernahm.  Sie
erfolgte  in  seiner  Schrift:  „Berliner  Wohnungsverhältnisse,  Denk-Bernstein,
  Berliner  Geschichte.  III.  25

182.  Bereitwilligkeitserklärung  zur
Tätigkeit  im  Dienste  der  Arbeiter-Sanitätskommission

            
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