Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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Legitimations-Karte  No.

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19  Forderungen  zusammen,
und  dann  ward  im  September ­
  1893  der  Chariteboykott
  ins  Werk  gesetzt.
Seine  Durchführung  stieß  auf
mancherlei  Schwierigkeiten,
trotzdem  konnte  die  Arbeiter-Sanitätskommission
  bald  feststellen, ­
  daß  der  Beschluß
kräftig  befolgt  wurde.  Ein
im  Dezember  1894  im
„Vorwärts"  veröffentlichter
Bericht  ergab  folgenden  Rückgang ­
  in  den  Einnahmen  der
Charite,  wobei  noch  zu  berücksichtigen  ist,  daß  bei  einem  Teil  der  Krankenkassen ­
  der  Boykott  schon  im  vierten  Quartal  1893  seine  Wirkung  ausgeübt
hatte:
für  4  Quartale  für  die  3  ersten
1893  Quartale  1894

Inhaber  dieses  äst  Beauftragter  der
Ärbeiter-Saaltäts-Commissioa.

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184.  Legitimationskarte  der  Beauftragten
der  Arbeiter-Sanitätskommission

Es  hatten  gezahlt:

Tabakarbeiter

174  Mk.

22  Mk.

Goldschmiede

458

„

272

„

Gelbgießer

568

„

—

„

Bildhauer

1346

„

216

„

Mechaniker  usw

1360

426

ff

Töpfer

1466

tr

90

„

Zimmerer

2  798

258

u

Schuhmacher

5  250

956

Schneider

13  743

3  470

affe  der  gewerblichen  Arbeiter

52115

„

12  712

zusammen  79  278Mk.  18  422Mk.
Der  Boykott  war  mehr,  als  man  seitens  der  Charite  vorausgesehen
hatte,  harte  Tatsache  geworden.
And  so  blieb  er  denn  auch  nicht  wirkungslos.  Im  Oktober  1894
statteten  verschiedene  Staatsminister  und  eine  Anzahl  höherer  technischer
Staatsbeamten  gemeinsam  der  Charite  einen  Besuch  ab,  um  sich,  so  ward
der  Presse  berichtet,  durch  den  Augenschein  davon  zu  überzeugen,  ob  und
inwieweit  der  Boykott  gerechtfertigt  sei.  Ein  offizieller  Bericht  über  die  Arteile,
die  sie  abgegeben,  ist  nicht  veröffentlicht  worden.  Aber  —  eine  Reihe  der
Mißstände,  um  derentwillen  der  Boykott  proklamiert  worden  war,  wurden
abgestellt.  Man  gab  nicht  direkt  zu,  daß  es  infolge  des  Boykotts  geschah,
aber  man  ließ  es  sich  angelegen  sein,  die  Steine  des  Anstoßes  aus  dem
Wege  zu  räumen.  Wünsche  der  Krankenkassen  wurden  erfüllt  und  der
längst  notwendig  gewordene  Neubau  der  Charite  beschlossen.
Ähnlich  war  das  Schicksal  der  anderen  Agitationen  der  Kommission.
Ihre  Wirkung  war  nicht  immer  eine  unmittelbare;  sie  trat  öfters  unter
Formen  ein,  die  nicht  erkennen  ließen,  daß  auch  die  Arbeiter-Sanitätskommission
mit  den  betreffenden  Maßregeln  etwas  zu  tun  hatte.  Diese  erblickte  eben
ihre  Aufgabe  in  erster  Linie  darin,  durch  rückhaltlose  Bekanntgabe  von
Mißbräuchen  einen  Druck  auf  die  Gewissen  auszuüben  und  das  Werk
derer  zu  ergänzen  und  zu  erleichtern,  die  in  den  öffentlichen  Vertretungs-25»

            
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