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10. Ignaz Auer zur Zeit seiner
Tätigkeit am „Vorwärts"
peitschung des neuen Zolltarifs und der.
Umsturz der Geschäftsordnung
des Reichstags von seiten der kon
servativ - klerikalen Reichstagsmehrhei
— aktuell geworden. Für die von ihr
geübte Obstruktion sprach der Kon
greß der sozialdemokratischen Fraktior
in einer besonderen Resolution Dan!
und Anerkennung aus.
Bremen (18. bis 24. September
1904). Der Kongreß setzt eine Kom
mission zur Revision des Organi
sationsstatuts der Partei ein, be
schließt eine von Lindemann be
antragte Resolution überK o m m u n a l
Politik, ein von Bebel beantragter
Tadels votum gegenMaxSchippe.
wegen der Art der Behandlung der
Frage der Lebensmittelzölle in
Wort und Schrift, ferner eine Reso
lution, die Kampf gegen den Alko
Holismus verlangt, eine Resolution für Befreiung der Volksschul
aus ihrer Stellung als Magd der herrschenden Klassen, und beauftragt di -
Reichstagsfraktion, Anträge auf Beseitigung der Ausnahmegesetz
gegen Landarbeiter und auf Schaffung eines Fremdenrechts ein
zubringen.
Jena (17. bis 23. September 1905). Der Kongreß beschließt ein
neues Organisationsstatut, das die sozialdemokratischen Vereine
der Reichstagswahlkreise zur Grundlage der Parteiorganisation nimmt
und nur, wo keine solche Organisation möglich ist, sowie für Frauen das
System der Vertrauenspersonen aufrecht erhält. Er nimmt in einer von
Bebel begründeten Resolution nach eingehender Debatte zum politischen
Massenstreik bejahend Stellung, drückt den Sozialisten und Arbeiter i
im Kampf für die Revolution in Rußland seine Sympathie aus.
Er beauftragt die Reichstagsfraktion, Gesetzentwürfe für Pandelshilfs
arbeiter, für Änderung des Militärstrafgesetzes, für Demokrati
sierung Elsaß-Lothringens, für Trennung von Staat und Kirche
einzubringen, sowie fortan, statt für paritätische Arbeitskammern, für Arbeiter
kammern einzutreten, und bekräftigt, nach lebhafter Debatte, die von Kon
greß zu Kongreß erneute Resolution, welche zur Feier des ersten Mci
durch Arbeitsruhe auffordert. Ein Teil der Redner hatte dafür ge
sprochen, die Frage einer Abänderung der Maifeier in Erwägung z i
ziehen, weil die Arbeitsruhe den Gewerkschaften zwecklose Opfer aufhals.
Ein Pressestreit zwischen der Redaktion der „Neuen Zeit" und d r
Redaktion des „Vorwärts" wird durch eine Resolution erledigt, die an
erkennt, daß der Streit sich um sachliche Fragen drehte, aber den Ton, in
dem er geführt wurde, mißbilligt, und die Parteischriftsteller auffordei,
ihre Tätigkeit in erster Linie der Austlärung der Genossen und der B .•
kämpfung der Gegner zu widmen.