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kreise Deutschlands ist —
er zählte 1907 gegen eine
Million Einwohner
und 248160 eingeschriebene
Wähler —, ward von
der Sozialdemokratie zum
erstenmal im Jahre 1893,
und zwar in der Stichwahl,
erobert. Auch 1898
siegte die Sozialdemokratie
erst in der Stichwahl, 1903
und 1907 dagegen gleich
im ersten Wahlgang. Die
Zahl der sozialdemokratischen
Stimmen ist ununterbrochen
gestiegen, aber ihr
Verhältnis zur Gesamtheit
der Wähler der nichtsozialdcmokratischen
Parteien
war 1907 weniger günstig
als 1903. Die großen westlichen
Nachbarorte Berlins
: Schöneberg,Wilmersdorf
und Charlottenburg,
sowie eine Reihe anderer
Ortschaften im Westen der
Lauptstadt nehmen neuerdings
von Jahr zu Jahr
in einem Maße an wohlhabenden
und kleinbürgerlichen
Einwohnern zu, daß
dieser Zuwachs zusammengenommen
nicht mehr viel hinter dem proletarischen Zuwachs des Kreises
zurückbleibt, der vor allem das südöstlich gelegene Nixdorf und einige
andere Ortschaften im Südosten Berlins anschwellen läßt. Dieser bürgerliche
Zuwachs erklärt das bemerkenswerte Wachstum der freisinnigen
Stimmen von 1903 auf 1907. Da die rein ländlichen Orte und Landstädtchen,
die Domänen der Konservativen, in der Einwohnerzahl keine
oder kaum nennenswerte Zunahme erfahren, läßt sich die Zeit voraussehen,
wo nicht mehr die Konservativen, sondern die Freisinnigen die zweitstärkste
Partei im Kreise sein werden. Auch hier hat das Zentrum,
wie überhaupt in Groß-Berlin, von Wahl zu Wahl mehr Stimmen erhalten,
und das gleiche gilt von den Polen, die 1903 815 und 1907
930 Stimmen verzeichnen konnten.
Äber die Bewegung der Sozialdemokratie und die Wahlergebnisse in den
einzelnen Ortschaften des Kreises geben die in Broschürenform veröffentlichten
Berichte des ihn umfassenden sozialdemokratischen Zentralwahlvereins,
sowie die in mehreren Auflagen erschienene Schrift von Paul Lirsch:
„Die Sozialdemokratie im Wahlkreise Tcltow-Beeskow-Storkow-Charlotten-2.
Berliner IBcid)slags-iüal)lhreisl
Jeder Arbeiter
mutz bei der heutigen Reichstags-Wahl
an die Wahlurne gehen und
für den Arbeiterkandidaten
Mchllli» Mer
stimmen.
Gewählt wird heute von 10 Uhr vorm, bis 7 Uhr nachm.
Geht frühzeitig zur Wahl. die
Gegner bieten alles auf.
Punkt 7 Uhr wird der Wahlakt
geschlossen; wer um 7 Uhr nicht gewählt
hat. geht seiner Stimme verlustig.
Tut heute Eure Pflicht,
dann ist der Sieg unser.
Das sozialdemokratische Wahlkomitee.
I. H. Werner.
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95. Letzte Mahnung an die Wähler