Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

bürg"  wertvolle  Auskunft,  die  den  nun  folgenden  Zusammenstellungen^
gründe  gelegt  ist.
In  den  größeren  Orten  des  Kreises  hat  sich  die  Stimmenzahl
Sozialdemokratie  von  Lauptwahl  zu  Lauptwahl  wie  folgt  entwickelt:

1890

1893

1898

1903

1907

Rixdorf

3  982

6  508

10  063

17  563

29  339

Charlottenburg  ....

3  868

6  537

9  808

16119

22187

Schöneberg

1  653

3  083

5  627

10  662

14  133

Wilmersdorf

367

621

1  338

2  800

4  730

Köpenick

1  568

2  031

2160

2  941

3  891

Groß-Lichterselde  .  .  .

220

559

776

1  792

2  335

Steglitz

631

995

1071

1982

3123

Britz

556

737

720

1  145

1  149

Adlershof

336

568

924

1  230

1381

Neuendorf

186

294

347

556

894

Nowawes

685

1  093

1  124

1  498

1616

Friedenau

153

323

437

923

1  383

Tempelhof

373

524

528

940

1  181

Treptow

130

182

424

894

1  951

Zehlendorf

195

316

399

703

889

Mit  Ausnahme  der  obenanstehenden  Ortschaften  Charlottenburg,
Rixdorf,  Schöneberg  und  Wilmersdorf,  die  heute  eigene  Stadtkreise
sind,  werden  die  im  vorstehenden  aufgezählten  Orte  dem  Kreise  Teltow  zugezählt. ­
  Der  Kreis  Beeskow-Storkow  umfaßt  keinen  Ort  von  Bedeutung,
und  nur  in  sieben  ihm  zugehörcndcn  Ortschaften  wurden  bisher  mehr  als
hundert  Stimmen  für  Kandidaten  der  Sozialdemokratie  erzielt.  Folgendes
die  Entwicklung  dieser  Orte  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Stimmenzahlen
der  Sozialdemokratie.  Es  wurden  für  sozialdemokratische  Kandidaten
Stimmen  abgegeben  in

1890

1893

1898

1903

1907

Beeskow  ....

20

69

68

112

130

Ketschendorf  .  .  .

63

80

107

217

264

Markgrafpieske.  .

96

80

112

131

126

Niederlehme.  .  .

14

49

64

143

163

Rauen

43

76

104

132

149

Spreenhagen.  .  .

46

63

80

88

109

Storkow  ....

58

49

51

119

183

Die  günstigste  Entwicklung

für  die  Sozialdemokratie

zeigt  der

Ort
Ketschendorf,  ein  Flecken  in  unmittelbarer  Nachbarschaft  der  Stadt
Fürstenwalde,  die  selbst  zum  Wahlkreis  Frankfurt  a.  O.-Lebus  gehört.
Ketschendorf  ist  stark  von  Industriearbeitern  und  Schiffern  bewohnt,  das
ebenfalls  nahe  bei  Fttrstcnwalde  gelegene  Rauen  beherbergt  viele  Arbeiter,
die  in  Braunkohlengruben  beschäftigt  sind.  Markgrafpieske  und
Spreenhagen  zählen  viele  Bauarbeiter,  Niederlehme,  das  an  einem
in  die  Spree  einmündenden  See  liegt,  hat  Ziegelei-  und  Fabrikarbeiter,
Beeskow  und  Storkow  sind  kleine  Kreisstädte  mit  ein  wenig  Industrie.
Interessant  ist  ein  Vergleich  der  Entwicklung  des  Kreises  Teltow  ohne
die  ihm  nach  mehr  oder  weniger  langer  Zeit  zugerechneten  Städte  Rixdorf,
Schöneberg  und  Wilmersdorf  mit  der  Entwicklung  des  Kreises  Bceskow-Storkow.

            
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