Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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13.  Karl  Kautsky  14.  Paul  Singer
Deutsche  Mitarbeiter  des  „Vorwärts"

sehnng  des  Reichstags.  Die  Freikonservativen,  Nationalliberalen  und
Antisemiten  kamen  um  zusammen  30  Äl!andate  verstärkt  in  den  Reichstag
zurück,  die  Zentrumspartei  verlor  10,  die  Freisinnspartei  29  Mandate.  Die
letztere  hatte  sich  noch  vor  der  Wahl  in  eine  der  Militärvorlage
feindliche  Mehrheit  irnd  eine  zum  Nachgeben  in  der  Militärfrage
geneigte  Minderheit  —  Bamberger,  Barth,  Rickert,  Schräder  usw.  —
gespalten.  Die  Mehrheit  nahm  unter  Führung  Eugen  Richters  den
Namen  Freisinnige  Volkspartei  an,  die  Minderheit  nannte  sich
Freisinnige  Vereinigung.  Keine  der  beiden  Gruppen  vermochte  in  der
Lauptwahl  einen  Abgeordneten  aus  eigner  Kraft  durchzubringen,  erst
in  der  Stichwahl  erlangte  die  Freisinnige  Volkspartei  —  damals  die
Wafserstiefler  genannt  —  24,  die  als  Partei  der  Wadelstrümpfler  bezeichnete
Freisinnige  Vereinigung  13  Mandate.  Der  auf  den  16.  Juli  1893  einberufene ­
  neue  Reichstag  bewilligte  nun  die  nach  den  Vorschlägen  des  Lerrn
von  Luene  umgestaltete  Militärvorlage  und  wurde  schon  am  15.  Juli  in
die  Ferien  geschickt,  damit  er  in  der  Wintersession  1893/94  die  durch  die
Leeresvermehrung  nötig  gewordenen  neuen  Einnahmequellen  bewillige.  In
diesem  Punkt  stieß  die  Regierung  aber  auf  einen  etwas  kräftigeren  Widerstand. ­
  Das  von  Miquel  ausgearbeitete  Steuerprogramm  wollte  den  Tabak
in  Gestalt  einer  Fabrikatsteucr  jährlich  45  Millionen  „bluten"  lassen,  eine
Weinsteuer  sollte  17  Millionen  ergeben,  teils  neue  und  teils  erhöhte
Stempelabgaben  sollten  35  Millionen  einbringen.  Jedoch  wurden  nach
langem  Verhandeln  nur  eine  Börsensteuer  und  später  noch  einige  der
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