farblosen Charakters,
manchen Fällen könnte man
auch sagen charakterloser
Färbung. Die bloße Tat
sache, daß ein Verein aus
Arbeitern zusammengesetzt
ist, macht ihn noch nicht zum
Glied der Arbeiterbewegung.
Indes sind auch fast alle diese
Vereine hinsichtlich der Mit
gliederzahl unbedeutend.
Zn bezug auf die nun
folgenden Tabellen ist noch
folgendes zu bemerken. Iin
Jahre 1894 standen viele
Fachvereine im Verband der
Gewerkschaftskommission,für
die es entweder überhaupt
noch keinen Zentralverband
gab oder die der Zentrali
sation aus irgendeinem
Grunde noch nicht beitreten
mochten, es aber später doch
taten. Bei all diesen Ver
einen ist in Klammern ver
merkt: „1894 Verein". Wo
der Vermerk nicht steht,
handelt es sich schon 1894 um Ortsabteilungen von Verbänden. Die Ver
schmelzung von Fachvereinen mit großen Industricverbändcn ist in anderer
Weise kenntlich gemacht. Ebenso findet man bei vier Vereinen vermerkt,
daß sie noch 189ö nur erst lokalen Charakter hatten. Berufe, deren Organi
sationen erst nach 1894 der Gewerkschaftskommission beigetreten sind oder
erst nach diesem Jahr sich verselbständigt haben, werden in jeder Abteilung
besonders verzeichnet.
And nun zum Vergleichsbild. Bemerkt sei hierbei, daß, wo keine be
sondere Bezeichnung angegeben ist, es sich um die Berliner Ortsstellen der
jenigen Gewerkschaften handelt, die der Generalkommission der deutschen
Gewerkschaften angeschlossen sind.
I. Gruppe: Nahrungs- und Genußmittel.
Mitglieder in Berlin
Bei den Verhandlungen, die durch den .Parieivorstand Cffffnlafct find. jmb
«tmvesend: .
1. Vartei-Dorstimdr
L. Bebel, W. Psannkuch, P. Singer. Öt rl|<$.
2. GewerksHaftökourmisslp«:
G. Link. tz. «übe, y. Silberschmidt, Wilh. Börner, A. Pansek. JbhN>
M. Lother. Leo Schmidt, O. Böttcher. H. Kunz«, Rob. ZriSke.
2. GewerkfchastSkartell:
Danncnbergrr, Plepenhagen. A. Kleinlein, Earl rhieme, Äar Httüsstk,
Dt. Be-rndl, Zonny Hinrichsen. I. Uessem. ’<S. Reuter. 91. Kunisch.
«. Pleiter.
Die Konferenz wird um !»/- Uhr vom Genossen Psannkuch mit einigen Dili'
«Heilungen über die Geschäftshandlung in der Sitzung und mit dem Hinweis, daß über
die Verhandlungen ein Protokoll aufgenommen werden soll, eröffnet.
AIS Protokollant wird Genosse Slröhlinger In Vorschlag gebracht. Di-
Ronserenstheilnehmer erklären sich hiermit einverstanden.
Die Verhandlung einleitend, schildert Psannkuch die Slothwendigkeit der gegen
seitigen Einigung und führt an, daß schon da« Vorgehen der Unternehmer, d,e sich
in großen Zentralorganisationen vereinig« haben, .einen engen Zusammenschluß der
Arbeiter ersordert, da nur durch eine einheitliche Organisation die wirlhschaftlichen
Interessen der Arbeiterschaft dem Unternehmerthum gegenüber nachdrücklichst vertreten
werden können. Der Gedanke der Zentralisation sei ja auch auf beiden Seiten vor»
Handen, so daß eS sich eigentlich mir um di, Form derselben handelt. Die En,.
Wickelung der Verbände. Redner verweist namentlich aus den Zinnnerer-Verband.
haben zur Genüge bewiesen, daß die gehegten Befürchtungen, diese Organisationen
würden die gewerkschaftlich, Bewegung aus ein anderes Gebiet bringen und die
Arbeiterschaft, von der sozialdemokratischen Partei abwende,^ durchaus nicht eingetroffen
sind. Dem, Thatsache ist. daß nach wie vor die gewerkschastlrche Bewegmu, mit der
politischen völlig ein« ist. Der ReutralitätSgedanke, wie er and) eine Zeitlang iw
Berlin propagir«. und ;»var nicht immer im Sinne derer, von denen er zuerst an
geregt war. hat auch nicht dazu geführt, de» Geist dezw de» Klassencharakter der
119. Erste Seite des Protokolls über die
Einigungs-Verhandlungen