Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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Besserung  vor,  und  das
Jahr  1903  brachte  dann
diese  Besserung  zum  allgemeinen ­
  Durchbruch.
Dasnächste  statistische
Werk  der  Berliner  Gewerkschaften ­
  war  die  Beteiligung ­
  an  einer  im  Jahre
1903  vom  Statistischen  Amt
der  Stadt  Berlin  veranstalteten ­
  Aufnahme  über  die  Lebenshaltung ­
  Berliner
Arbeiterfamilien.  Von
den  Zählungsformularen,
welche  die  Gewerkschaften
an  ihre  Mitglieder  aussandten,gingen ­
  908in  brauchbarer ­
  Weise  ausgefüllt  zurück. ­
  Sie  bezogen  sich  auf
zusammen  3828  Personen
und  wiesen  eine  Jahreseinnahme ­
  für  1903  von  insgesamt ­
  1  589  547  Mk.  auf,
wovon  aber  275  035  Mk.
Nebeneinnahmen  waren,  die
zumeist  in  Mitverdienst  der
Laushaltungs-Angehörigen
bestanden.  Zieht  man  sie  von
der  ersteren  Summe  ab,  so  ergibt  sich  ein  Durchschnittsverdienst  der  908  Laushaltungsvorsteher ­
  von  1445  Mk.  oder  kaum  4  Mk.  pro  Tag.  Die  Gesamtausgabe ­
  war  1  605  219  Mk.,  so  daß  trotz  der  Nebeneinnahme  ein  Fehlbetrag ­
  von  15  672  Mk.  verblieb.  464  Laushaltungen  schlossen  mit  einem
solchen  ab,  399  mit  einem  „Überschuß"!  Von  den  Ausgaben  entfielen  im
Durchschnitt  der  fünfte  Teil  oder  20,3  Proz.  auf  Wohnung  einschließlich
Leizung  und  Beleuchtung,  48  Proz.  auf  Nahrung  und  8  Proz.  auf
Kleidung,  zusammen  76,3  Proz.  oder  über  drei  Viertel  der  Gesamtausgabe,
worin  das  in  vielen  Fällen  nicht  zu  vermeidende  Essen  im  Wirtshaus  noch
nicht  einbegriffen  ist.  Weitere  Einzelheiten  findet  man  im  Jahresbericht  der
Kommission  für  1904,  und  die  genaue  tabellarische  Aufnahme  im  Bericht
des  Berliner  Statistischen  Amts  über  die  Erhebung.
So  wichtig  und  verdienstlich  nun  das  statistische  Werk  der  Gewerkschaftskommission ­
  war,  so  bildet  es  doch  nur  einen  kleinen  Teil  ihrer  Tätigkeit.
Der  größte  Teil  ihres  Wirkens  bezieht  sich  auf  die  gewerblichen  Kämpfe  der
Arbeiterschaft.  Alle  Fragen,  die  hierbei  die  Allgemeinheit  betrafen,  kamen
vor  der  Gewerkschastskommission  zur  Entscheidung,  deren  eigene  Verfassung
im  Laufe  der  Zeit  eine  immer  sorgfältigere  Ausbildung  erfuhr.  Folgendes
ihre  Lauptbestimmungen.  Die  angeschlossenen  Gewerkschaften  zahlen  für
jedes  ihrer  Mitglieder  10  Pf.,  jedoch  nicht  unter  20  Mk.  im  Jahr  und
sind  in  der  Kommission  durch  Delegierte  in  der  Weise  vertreten,  daß  sie

130.  Begleitschreiben  an  die  Gewerkschastskommission ­
  zu  dem  nebenstehenden  Formular
eines  Laushaltungsbudgets
            
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