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fln die arbeitende Bevölkerung
Berlins und der Vororte!
Der.Zwrck dieser ArdeitSkoseuzöhIung ist. eine mox
lichst gcliauc Fcststcllunq der Zahl der Arbeitslosen herbe -
zuführen, und zu beweisen, in welchem Mähe die Erwerbs
tätigkcit zurückgegangen ist. Daß ein.Notstand besteh:
wird van keinem einsichtsvollen Menschen bestritten Werder
können, jedoch sind nach den Meinungen der stödtisehen
und örtlichen Verwaltungen nicht genügend Beweise für
einen größeren Umfang der Arbeitslosigkeit erbracht
worden. Es ist notwendig, daß alle vom Arbeitsmangel
Betroffenen wal>rl)eitsgetreue Angaben über ihre ArbcitS-'
losigkcit oder Erwerbsbeschränkung machen, um gegebenen-'alle
bei dein Staat oder den Gemeinden begründen zu
können, daß Notstandsarbeiten in Angriff genommen
werben müssen, und daß eine Beschleunigung der prosek.
tierten und notwendigen Arbeiten erfolgt. Durch die Arbeitslosenzählung
nn November vor,gen Jahres ist dir
Zahl der Arbeitslosen auch nicht annähernd festgestellt.
Das lag an dem verkehrten System, Das einzig richtige
System der Zählung, nämlich jeden Einwohner persönlich
zu befragen, lehnen die Behörden auS nichtigen Gründen
ab. Deshalb hat e8 die organisierte Arbeiterschaft selbst
übernommen. die Arbeit zu verrichten., um die arbeitende
Bevölkerung zu ihrem Recht zu verhelfen.
Wir wenden unL sinn an alle Volksschichte'.
Berlins und der Vororte mit der Bitte, uns bei dieser Arbeit,
welche keinem zum Schaden ist. zu helfen, damit, gestützt
auf das eingegangene Material, an geeigneter Stelle
darauf hingewirkt wird, den Notstand zu mildern.
Die beste Unterstützung besteht darin, daß, jeder In-:
Haber girier Karte, gleichviel, ob er arbeitslos ist oder
nicht, dieselbe für sich, und lvcnn inchrere erwerbsfähige
Personen, in seinem Haushalt sind, für diese die Zähl»
karten gewissenhaft ausfüllt, und seine Nachbarn veranlaßt.
dasselbe zu tun.
Wir machen besonder» darauf aufmerksam, daß die
-Kamen und Wohnungen der Gezählte» zu keinerlei öffentliche»
Zwecken oder zu sonstigen Unlauteren Mitteln verwendet
werden; diese sind nnr ans den Karten, um zu verhindern,
daß mehrere Zählkarten auf ein und dieselbe
Person ausgefüllt werden kann.
Es wird deshalb höflichst gebeten, diese Zählkarte
auszufüllen. Auck bitten wir. dafür zu sorgen, önß ary
<10 Februar Jemand zu Hause ist, der dem Zählenden
Auskunft geben kann resp. die Karte zurückgibt.
Wenn ln einem Haushalt mehrere erwerbsfähige
Personen wohnen, so ist'für -jede weitere Person -eine
-folgende Rubrik auszufüllen, reichen die- Rubriken nicht
aus. so wird gebeten. «>„.00 Februar vom Zähler eine
zweite Zählkarte zu fördern.
Unter erwerbsjähign.Pcrionen sind alle .in, Haus-(}sllt
Wohnende zu verstehen, welche für Geld arbeiten
gleichviel ob sie zur. Fymilie gehören oder nicht.
Unfall- und Jnvalidenrentncr. welche noch arbeitsfähig
sind, haben sich, wenn sie arbeitslos sind oder verkürzt
arbeiten, ebenfalls einzuzeichnen.
Arbeiter, welche durch die Naturverhältuissc zurzeit
arbeitslos siud. als wie Bauarbeiter. Schisser, Hafen- und
PollwerkSarb^itcr usw., haben ebenfalls ihre Arbeitslosigkeit'
anzugeben.
Die Zähler . sind angewiesen, alle zur Aufklärung
»dienende Fragen zu beantworten, auch-wird während der
Zeit voii, Februar'in uusercmTBurcau.
von nwrgcnS 9— 1 und nachmittags von 6—8 Uhr. jeb*
webe Auskunft gegeben.
Die Alliier CrrotrMfljnffsbfrwiatsfam
Engel-Ufer 15.
128 und 129. Anweisung zur Ausfüllung
einer Zählkarte
nicht gemacht werden, da einige Listen
nicht rechtzeitig eingingen, ihre Zahl belief
sich auf zusammen zwischen 3500
bis 4000 Personen.
Das Zählungswerk selbst, das
mehrere hundert Personen beschäftigte
und bei dem durchwiederholteKontrolle
die größte Zuverlässigkeit zu erzielen gesucht
wurde, ergab für Berlin und die
Vororte nicht weniger als 77051 Arbeitslose,
wovon 4256 am Zählungstage
in Asylen und verbergen Untcrkunst
hatten. Außerdem ward festgestellt,
daß 53098 Personen nur zu verkürzter
Arbeitszeit gegen entsprechend
geringere Bezahlung Arbeit hatten.
Der ihnen dadurch erwachsene Ausfall
berechnete sich auf zusammen
694 576 Arbeitsstunden pro Woche,
während für 72795 gänzlich Arbeitslose
ein Ausfall an Beschäftigung von
789 019 Wochen festgestellt wurde.
8603 Personen waren im vierten, 3763
im fünften, 2360 im sechsten Monat
und 2416 Personen zwischen sechs
bis neun Monate beschäftigungslos.
Von den 57222 männlichen Arbeitern,
die in Berlin und, mit Ausnahme
Charlottenburgs, dessen Aufstellung
hierüber keine Summierung gibt, in
den Vororten gezählt wurden, waren
8032, das heißt noch nicht der siebente
Teil unter 2l Jahren, während diese
Altersgruppen in der Industrie den
vierten Teil der Arbeiterschaft ausmachen.
Noch geringer war ihr Anteil
an der Zahl der auf verkürzte Arbeitszeit
Gesetzten, nämlich 2613 von
42245 oder gerade ein Sechzehntel.
Dagegen hatten mehr als die Lälftc
der Arbeitslosen das 31. Lebensjahr
überschritten und 34458 von ihnen
waren Laushaltungsvorstände mit zusammen
über 44000 Kindern. Es sind
also gerade die vorgerückteren Altersklassen,
die im Verhältnis am stärksten
von der Krise erfaßt werden. Ein
Llmstand, dessen schwerwiegende Bedeutung
ohne weiteres in die Augen