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gegen 2000 Mitglieder zählte und an dessen Spitze unter anderen Paul
Lilpert, einer der Führer der Brauergehilfen und Mitglied der Boykottkommission,
sowie Fritz Zubeil standen, welch letzterer damals eine Wirtschaft
betrieb. Zum Zweck der Durchführung der Boykottierung der Ringbrauereien
hatte dieser Verein eine „ZwölferkomMission" ernannt, die sich namentlich
der Beschaffung von Ersahbier für das Boykottbier widmete. Entschieden
auf die Seite der Brauereien stellte sich dagegen der etwa 1300 Mitglieder
umfassende Verein der Berliner Gastwirte mit dem Gastwirt Lubertus
Jakobi an der Spitze, und etwas weniger schroff nahm auch ein an
2000 Mitglieder zählender Verein Berliner Weißbierwirte für die
Ringbrauereien Partei, während sich der etwa 1600 Mitglieder starke
„Verband der Gast- und Schankwirte Berlins" neutral stellte. Von dieser
letzteren Verbindung oder ihren Leitern, den Gastwirten Feuerstein und
Kuckenburg, gingen im Verlauf des Boykotts verschiedene Vermittlungsversuche
aus.
Als eigene Gruppe nahmen ferner eine größere Zahl von Saalbesitzern
Berlins in dem Kampf Partei, und zwar gegen die Arbeiter. Ein Teil
davon handelte offenbar unter dem Druck der Ringbrauereien, andere lechzten
danach, Verpflichtungen los zu werden, zu denen sie sich der Arbeiterschaft
gegenüber aus Furcht vor dem Saalboykott hatten verstehen müssen. Jetzt
schien ihnen die Zeit gekommen, die Last abzuschütteln. Nachdem schon am
5. Juni eine Versammlung von etwa 170 Saalbesitzern sich darüber geeinigt
hatte, über die sozialistischen Vereine und Gewerkschaften Saalsperre
zu verhängen, wenn bis zum 15. Juni der Boykott nicht beendet sei, ward
der Beschluß an diesem Tage erneuert und die Bildung einesG arantiefonds
zur Unterstützung besonders geschädigter Kollegen beschlossen. Mehr als
300 Besitzer von Versammlungssälen aller Größen gehörten schließlich der
Verbindung an, der sich, nachdem am 5. Juli der erste Vermittlungsversuch
fehlgcschlagen war, auch die Ringbrauereien offiziell anschlossen und sich,
außer zu Geldbeiträgen, kontraktlich verpflichteten, während der Dauer des
Kampfes keinem Saalbesitzer Ringbier zu liefern, der fortfahren sollte, sein
Lokal zu Versammlungen oder Festen der am Boykott beteiligten
Verbindungen herzugeben.
Solcher Saalbesitzer gab es nun auch noch eine ansehnliche Zahl, so
daß schon am 20. Juni die Lokalkommission im „Vorwärts" eine Liste von
nicht weniger als 56 Versammlungssälen bekanntgeben konnte, die der
Arbeiterschaft nach wie vor zur Verfügung stünden, und ihre Zahl mehrte sich
später noch. Aber es war doch nur eine Minderzahl von großen Sälen
darunter, sodaß zeitweisederBedarfderArbeiterschaftnachVersammlungssälen
in der Tat nicht mehr hinreichend gedeckt war. Wohl konnten am 11. Juli
gleichzeitig 32 allgemeine Versammlungen und am 27. Juli ebenso
39 Gewerkschaftsversammlungen in Sachen des Boykotts stattfinden, indes
zeigten schon die für den Gesamtbesuch angegebenen Ziffern, daß die
Mehrheit der Versammlungen nur in Sälen von mäßigem Amfang hatten
tagen können.
Einer auf den 27. Juni vom Verband der Gast- und Schankwirte
Berlins einberufenen Einigungskonferenz waren die Ringbrauereien ferngeblieben,
weil sie von der Kommission des Verbandes, der die Verhandlungen
leiten sollte, Parteinahme für die Arbeiter befürchteten. Dagegen gingen sie