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auf den Vorschlag des Vorsitzenden am Berliner Gewerbegericht, v. Schulz,
ein, vor diesem mit Vertretern der Arbeiterschaft zu verhandeln. Doch führt
diese Verhandlung, in der die Ringbrauereien durch ihre Vorsitzenden
M- Lappoldt und R. Roesicke, die Arbeiterschaft durch Balduin Franke
für die Gewerkschaftskommission, Paul Hilpert für die Brauer, und, da
Auer einen Arlaub angetreten hatte, durch Paul Singer für die politische
Bewegung vertreten waren, zu keiner Verständigung. Die Ringbrauereien
lehnten es nicht nur ab, den Arbeitsnachweis der Brauereiarbeiter
anzuerkennen, wie er nach der Aussperrung von den beteiligten Gewerkschaften
eingerichtet worden war, sie verweigerten auch die Wiederherstellung des
Nachweises in der Form, wie er vor der Boykotterklärung bestanden hatte.
Sonst bekämen ja, so erklärten sie, die Arbeiter alles zurück, was sie
vorher besessen hätten, die Brauereien aber keine Entschädigung für die ihnen
durch den Boykott zugefügten Verluste. Mit anderen Worten: die Arbeiter
sollten die Kriegsentschädigung zahlen. Darauf mochten und konnten die
Arbeitervertreter sich nicht einlassen, und nach ziemlich lebhaften Auseinandersetzungen
darüber, wer den Krieg angefangen habe, ging man unverrichteter
Sache auseinander.
Der Krieg mußte fortgesetzt werden, und die Meinung überwog auf
seiten der Arbeiter, daß man nun zu einer Verschärfung der Kriegführung
schreiten müsse. Als solche erschien die Ausdehnung des Boykotts aus
alle Ringbrauereien, zumal die Aussonderung der sieben früher genannten
Brauereien die anderen Ringbrauereien nicht verhindert hatte, mit jenen
durch dick und dünn zu gehen. Inoffiziell war überhaupt schon vielfach
auch gegen die übrigen Ringbrauereien Boykott betrieben worden. Der
Verein zur Wahrung der Interessen der Gastwirte hatte schon am 22. Juni
den Beschluß gefaßt, jeden Gastwirt auszuschließen, der irgendwelches
Ringbier führe. Anter stürmischen Beifallsbezeugungen ward in allen
32 Versammlungen, die am 11. Juli stattfanden, beschlossen, nun den
ganzen Ring zu boykottieren, und ein in anfeuernden Wendungen gehaltener
Aufruf machte dies der Bevölkerung Berlins und der organisierten Arbeiterschaft
im übrigen Deutschland bekannt. Von nun an sollten sogar die Lokale
gemieden werden, in denen irgendwelches Ringbier ausgeschenkt werde,
Flaschenbier nur in Geschäften gekauft werden, die kein Ringbier verkauften.
„Wir appellieren", hieß es am Schluß, „an das Ehrgefühl aller klassenbewußten
Arbeiter und wissen, daß ihre Solidarität sich stärker erweisen
wird als die Zufallseinigkeit des dividendenlüsternen Anternehmertums."
Mit dieser Ausdehnung des Boykotts, so gab der „Vorwärts" den
Grundgedanken der in den Versammlungen gehaltenen Reden wieder, sei
aber das Arsenal der Arbeiterschaft noch nicht erschöpft; wenn es sich als
nötig erweisen sollte, würde sie „mit noch ganz anderen, noch schärfer
wirkenden Mitteln dem Äbermut der Bierprotzen entgegentreten". And
was getan werden konnte, das Wort zur Wahrheit zu machen, geschah.
Am 27. Juli fanden 39 von den Gewerkschaften veranstaltete Versammlungen,
am 24. August wieder 37 Volksversammlungen statt, in denen eindringlich
zu unbeugsamer Innehaltung und unablässiger Propagierung
des Boykotts aufgefordert wurde, dazwischen tagten große Frauenversammlungen,
in denen den Frauen der Arbeiterklasse die Bedeutung des Boykotts
auseinandergesetzt und seine Anterstühung ans Herz gelegt wurde. And