Object : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

IV.
Die  Konkurrenzregülierung  dureh  die
Kartelle  und  die  Trusts.
Alle  Mittel  der  Ertragssteigerung,  die  der  Konkurrenzkampf  hervor*
gerufen  hat,  können  auf  die  Dauer  nicht  die  Existenz  sichern.  Die  Unternehmungen, ­
  die  zuerst  die  neuen  Wege  gehen,  ziehen  auch  den  größten
Vorteil  aus  ihrer  Vorzugsstellung.  Je  allgemeiner  aber  die  Mittel  angewendet ­
  werden,  desto  mehr  schwinden  die  Gewinnchancen  und  der  Kampf
zwischen  den  gleich  gut  ausgerüsteten  Unternehmungen  muß  überall  dort
verderbliche  Folgen  zeitigen,  wo  es  nicht  möglich  ist,  durch  stärkeres  Betonen ­
  der  gemeinsamen  Interessen  das  Kampffeld  zu  beschränken,  die
Preise  mit  den  Kosten  in  Einklang  zu  bringen.  Selbst  die  größeren  durch
horizontale  Kombination  entstandenen  Unternehmungen  können,  wie  wir
sahen,  die  Kartellstützen  auf  die  Dauer  nicht  entbehren,  es  sei  denn,  daß
sie  einen  Umfang  angenommen  haben,  der  ihnen  eine  marktbeherrschende
Stellung  gibt,  d.  h.  den  Wettkampf  nahezu  ausschaltet.  Die  Entwicklung
drängt  auf  die  Entstehung  der  Kartelle  und  Trusts  hin  als  letzte  Zufluchtsstätte ­
  in  dem  immer  gewaltigeren  Ringen  um  die  Existenz.  Das  Kartell
läßt  den  Mitgliedern  mehr  oder  minder  weit  gehende  Selbständigkeit,  es
ist  eine  Organisation  auf  der  Basis  des  Vertrages.  Der  Trust  hebt  die
Selbständigkeit  der  einzelnen  Unternehmungen  auf,  er  ist  eine  Organisation
auf  der  Basis  des  Besitzes.
1.  Die  Kartelle.
a)  Die  allgemeinen  Hindernisse  der  Kartellierung.
Man  hat  vielfach  behauptet,  unsere  Kartelle  könnten  mit  den  mittelalterlichen ­
  Zünften  nicht  verglichen  werden.
Man  hebt  hervor,  daß  trotz  mancherlei  Ähnlichkeiten  doch  ein  wesentlicher ­
  Unterschied  zwischen  den  Zünften,  ,,diesen  Organisationen  des
            
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