Drbeiler, Hanüwerker, Psririgenossen!
Schon wiederhab ist, '« Luch der Ausruf ergangen, davon abzulassen, die gegnerischen Parteien
dadurch zu unterstützen, dost Jgr deren Zeitungen haltet. Indem Ihr bei den Wahlen einem Sozialdemokraten
Eure Stimme gebt, beweist Ihr, daß Ihr die Ueberzeugung habt, nur. ein Sozialdemokrat kann wirklich die
Interessen den arbeltenden Volke» vertreten. Wenn Ihr diese Ueberzeugung aber habt, so ist e» Eure Pflicht,
die Partei auch in jeder anderen Hinsicht zu unterstützen, in erster Kinir jedoch die Narteipresse f«
adonnire«. Wie siehst» nun aber damit au»? Der 6. Wahlkrei» hat bei der letzten Wahl SS Ovo sozialdemokratische
Stimmen abgegeben, und kaum der fünfte Theil davon ist aus unftre Presto abonnirt. Da»
must ander» werden. Wir misten wohl, daß ja Mancher durch die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse
davon abgehalten wird, aber wie Viele sind nicht da, welche in vollständigsr Berkeummg der Lage abonnirt
sind auf gegnerische Zeitungen, und so sich lind Ihre» Interesse ins Gesicht schlage».
Genosse«! Gerade die Ereigniste der letzten Zeit haben e» klar bewiese», dast wir »nS nnr aus
nn» selbst verlassen können, daß keine andere Hoffnung mehr da ist, was wir allerdings schon oft gesagt.
Wenn Ihr also eine Zeitung abonnirt, die die klaffenden Klaffengegensätze durch Harmonie-Geplärr zu vertuschen
sucht, so zahlt Ihr Euer Geld, um Euch jeden Morgen etwas sorlügc« zu lasten. Kaun Euch da»
Bischen Klatsch, da» in diesen Zeitungen enthalten ist — und das den einen Tag erzählt und de» andern
Tag widerrufen wird —, kann Euch da» dazu bringen, di« fortwährenden Fußtritts und Demüthigungen,
denen Ihr im politischen Theil dieser Zeitungen ausgesetzt seid, rubig hinzunehmen?
Sollen sich unsere Gegner denn noch imuier sreue». daß sie es verstehen, dem Volke Sand in die
Bügen zu streuen und e» über die wahre Erkenntniß der Klastcnlage hinwegzutäuschen?
Wollt Ihr Euch noch länger zum Spielball der Kapitalisten machen?
Das könnt Ihr nicht wollen; dann macht aber auch einmal Ernst und entfernt dir K lütter
«ms E-rrem Kante, die wohl Euer Geld haben wollen, aber bei jeder Gelegenheit Euch verhöhnen
und verspotten.
Unterstützt Eure Preffe, leset und verbreitet dieselbe, die in dem Kampfe für Euch und Erire Interessen
so schwere Opfer bringen muß. Erkennt, daß je größer die Zahl der Abonnenten unierer Zeitungen ist, je
größer auch die Mach! derselben wird, und dast man umsoweniger unsere geringen Rechte zu beschneiden wagen
wird, je größer die Zahl Derjenigen ist, die für die Partei einzutreten gewillt sind.
Wir rufen Euch deshalb zu:
HeVsrrrs Mit derr gegnerischen Zeitungen aus Eurem
Haushalt!
Der 8. Kertiaer Wahlkreis hat nun den Vertrieb der Parleiblätter in eigene Regie übernommen.
wodurch es möglich ist, die Zeitung pünktlicher und regelrechter zu besorgen, wle seitens der Prioatkpediteure.
Aber such dem Unwesen- Kinder in der zartesten Jugend zum Austragen der Zeitungen zu
benutzen, konnten wir sofort ein Ende bereiten und den Austrägern einen besseren Lohn zahlen. Während
die Privatspediteure höchstens 15 Pf. Botenlohn pro Exemplar zahlen, geben wir 20 Ps. —
Zur weiteren Entwickelung unserer Presse bedürfen wir aber der Hilfe aller Arbeiter, »Nb falls
dieselben unsern Mahnruf nicht ungehörl verhallen lassen, werden wir in allernächster Zeit mit ungleich besseren
Resultaten hervortreten können, zum Aergerniß aller unserer Gegner.
Wir geben nachstehend die Filialen der Parteiregie bekannt, weiche auch nach dem Umzug am
l. Oktober gültig sind. Außerdem liegen i» allen Lokalen, wo sich Zahlstellen des WahlvcreinS befinden,
Listen aus zur Ausnahme von Abonnenten aus
„Vorwärts", Berliner Volksblatr, Central-Orgtm der sozialdemokratischen Partei Denischlands.
Monatlich ftei in» Hau» 1,10 Mk.
„Der Sozialdemokrat", Central-WochenblaU der sozialdemokratischen Parlei Denischlands. Monatlich
frei ins Hans 40 Ps.
„Wahre Jacob". „Süddeutscher Postillo«", „Glühlichter", sowie sämmiuch-Parteiliteratur
Filiale I.
Moabit bei Kempek, Lübeckerstraße 16.
Filiale II:
Wedding und Oranienburger Borstadt bei Siokzenbmg, Wiesenstr. 14.
Filiale M-Gesundbrunnen
und Rosenthaler Vorstadt bei Haßmann, Grünthalerstraße
67 und WofenLHak. Granseerstraße 6.
Filiale IV:
Schönhauser Vorstadt bei Mars, Kastanien-Allee 96.
Redaktion Imd Verla« von Frch Wdschowi«. »nt-nftr. 17. — Druck von SS. Schrtnner, Brunnens». 164.
25. Agilationsflugblatt zur Verbreitung der sozialdemokratischen Presse m Berlin