Full text: Völkerrecht und Landesrecht

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DEUTSCHLAND. — Braunschweig (Land und Leute). 
15. Braunschweig (Herzogthum). 
Areal ÖT*/« Q.-M., mit dem Communionbezirk (gemeinschaftl. mit 
Hannover) 67%. — Bevölk. im Dec. 1861 (einschl. 692 im Comm.- 
Bez.) 282,400 Menschen. — Confessionen : 276,922 Lutheraner, 
993 Reformirte, 2633 Kathol., 99 sonstige Christen, 1061 Juden. — 
Haushaltungen 65,574. — Von 1853—60 zählte man 1241 ein- und 
6500 ausgewanderte Personen. — Zahl der Geborenen in den 4 Jahren 
1859 — 62 einschl., 36,497 Lebend-u. 1731 Todtgeborene, zus. 38,228. 
Hierunter 7216 Uneheliche = 18,9%. 
Bevölkerungszunahme. Das Herzogthum zählte Einwohner: 
1700: 158,980 i 1834: 253,232 1 1852: 271,208 
1814: 200,527 | 1840: 209,228 | 1858: 274,009 
Städte. Braunschweig 1861, mit Milit. 42,209 Einwohner (1780: 
22,400); Wolfenbüttel 8947; Helmstedt 6508, Holzminden 4546. 
Herrschaftsivechsel. Nach der Jenaer Schlacht ward das Land, mit 
Ausnahme des Amtes Thedinghausen, dem Königreiche Westfalen zuge- 
theilt (Departemente der Oker, der Leine, und des Harzes). 1813 Re 
stauration. (Die Mediatbesitzungen des Herzogs, das Fürstenthum Oels 
in Schlesien etc., umfassen gegen 40 Q.-M.) — Verfassung vom 1 2. Oct. 
1832, modificirt 22. Nov. 1851. 
Finanzen. Dreijährige Budgets. Das für 1864 — 66 schliesst mit 
5’475,000 Thlr. ab (für diese 3 Jahre zusammen), nemlich : 
Einnahmen : 1) Ueberschüsse vom Kammergute 512,000; 2 Directe Steuern : 
Grundabgabe 105,000, persönl. Abgaben 40,000; 3) Indirecte Steuern 1’380,000 
darunter: Zoll und innere Consumt.-Abgaben 1’209,000, Salz-Monopol45,000, 
Stempel 120,000); 4) Chausseegelder etc. 120,000; 5, Eisenbahn und Post 
1’002,000 ; 6) Leihhaus 255,000; 7) Lotterie 150,000; 8; Extraordinär. 6000. 
Ausgaben; 1) Allg. Landesverpttichtungen 24,000 ; 2) Staatsministerium 
und Archiv 90,000 ; 3) I.egationskosten 21,900; 4) Landtag etc. 20,000; 5 Ju 
stiz 403,500; 0) Finanzverwaltung 390,300 ; 7) Militär 1’140,S50 (davon: lau 
fendes Bedürfniss 1’050,250 ; Polizei-Militär 80,700, schwindender Etat 3900 ; 
8) Polizei 294,115; 9) Baukosten 000,500 davon 37,500 bei der Militärverwal 
tung); 10) Pensionen 348,20(( Civilpens. 225,000, Militär])ens. 12.1,2(10); 11) 
Staatsschuld 1’833,800 (dav. Zinsen 1’195,800, Tilgung 635,000, Aufgeld auf 
Gold 3000] , 12) Extraord. 235,835. 
Es sind dies Netto-Summen. Ausserdem wird besondere Rechnung 
geführt über den Kloster - und Studien fonds. Für die Finanzpe 
riode 18®* «6 ist der Ueberschuss des Letzten (über die Betriebskosten) 
zu 533,000 Thlr. veranschlagt.*) Endlich ist der Ertrag der Domä 
nen weit grösser als oben angegeben, indem eben nur der iu die Lan- 
descasse abgelieferte Theil hier erscheint. Wir wissen, dass die Ein 
nahme der »Kammercasse« schon im J. 1854 zu 563,245 Thlr. etatisirt 
war, in folg. Weise; 
Für den herzogl. Hofstaat 220,722; Schlossbauschuld 8,697 ; 
*) Hievon werden verausgabt: 28,125 Thlr. für das Consistorium, 114,910 
für höhere Bildungsanstalten, 88,000 für die Gymnasien, 51,681 für Seminarien 
und Bürgerschulen, 22,209 für Dorfschulen, 25,022 für Kirchen- und Schuldie 
ner und Zuschüsse gering dotirter Pfarrer, 24,222 Ruhegehalte, 53,361 Unter 
stützungen, 71,700 Fundationen, 20,000 Baukosten etc.
	        
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