Full text: Gesamtstaat, Dualismus und Pragmatische Sanktion

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Befehl des Monarchen. Und man wußte, wie uns sogar 
Felix Schiller 1 mitteilt, in Ungarn des ausgehenden 
siebzehnten und des beginnenden achtzehnten Jahrhunderts, 
wie schwer es sei, «den Wünschen und dem Drucke des 
übermächtigen Hofes zu widerstehen. » 
In anerkennenswerter Wissenschaftlichkeit stellt Fer- 
dinandy 2 fest, die ungarischen Stände hätten nur dadurch 
das Prinzip, nämlich über die Thronfolge Beschlüsse fassen 
zu dürfen, gerettet, daß sie die Augen zudrückten, wenn 
ihre Gesetze nicht angewendet wurden, und daß sie sich im 
entscheidenden Augenblicke beeilten, das als Gesetz zu 
statuieren, was die Dynastie aus dynastischem Interesse zu 
verwirklichen wünschte : E teren a törvenyekben a magyar 
felfogäs gyöz, de csakis ügy, hogy szemet hünynak a rendek 
mindannyiszor, valahänyszor a törvenyek nem ervenyesül- 
nek es hogy sietnek törvenybe iktatni azt, a mit a dynastia 
a maga erdekeben megvalositani kivan, mint a hogy ez 
az 1723. evi tronöröklesi törvenyek megalkotäsänal törtent, 
hogy legaläbb lgy menthessek meg az elvet. Dies gesteht 
sogar Andrässy junior zu 3 . Gleichwohl darf nach ihm 
die tausendjährige Konstitution Ungarns nicht im geringsten 
angezweifelt werden, denn nur «tenyleges függes », nur tat 
sächliche, nicht auch rechtmäßige Abhängigkeit lag vor. 
Tezner führt mit Recht aus 4 , daß nach dieser in der 
ganzen neueren politischen Geschichte des madj arischen 
Volkes wahrnehmbaren madj arischen Lehre von der Unver- 
1 Die Grundlagen der Pragmatischen Sanktion in Ungarn, im 
« Pester Lloyd», Jahrg. LVIII, Nr. 102 [30. April 1911], S. 3. 
2 A rendi elemek a magyar alkotmänyban [Die ständestaat 
lichen Elemente in der ungarischen Verfassung], in den « Lrtekezesek 
a tärsadalmi tudomänyok köreböl » [Abhandlungen aus dem Gebiete 
der Gesellschaftswissenschaften], herausgegeben von der ungarischen 
Akademie des Wissenschaften, Bd. XIII, Nr. 9, Budapest 1907, S. 71. 
3 Fömaradasunk okai, Bd. III, S. 418. 
4 Das staatsrechtliche und politische Problem der österreichisch 
ungarischen Monarchie, im «Archiv des öffentlichen Rechts », 
Bd. XXXI [1913], Heft 2, S. 122 f. — Tezner will mit dieser Arbeit 
eine Zusammenfassung der Ergebnisse seiner in der Tat mühevollen, 
über zwei Dezennien sich erstreckenden Forschung geben. 
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