Full text: David Ricardo und die Grenzwerttheorie

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Bei gleichmäßigem Druck nach unten oder gleich star 
kem Ziehen nach oben werden in beiden Fällen die 
Sprungfedern, je nach der Beschaffenheit ihres Metalls, 
besonders in der Kolonne Luxuswaren dem veränderten 
Zustande nachgeben; die anderen werden nachfolgen je 
nach ihrer Reihenfolge nach der Beschaffenheit des 
Metalls, je nach seiner Elastizität oder Sprödigkeit. 
In unserem Falle wird bei Änderung der wirtschaft 
lichen Lage die Verteilung der werbenden wirtschaft 
lichen Kraft je nach der Elastizität der Bedürfnisse 
erfolgen: Bei einem relativen Reichtum oder Wohl 
stand werden die elastischeren Kulturbedürfnisse die 
größere Masse der wirtschaftlichen Erwerbskraft in 
Anspruch nehmen. Diese elementare Tatsache der 
Elastizität einer Bedürfnisbefriedigung und der Sprödig 
keit anderer beherrscht das ganze Wirtschaftsleben, ja 
weiter alle menschlichen Lebensverhältnisse überhaupt. 
Die Theorie vom Grenznutzen oder vom Grenzwert, 
wie Böhm-Bawerk sie nennen will, wurde zuerst von 
Hermann Heinrich Gossen (Gesetze des mensch 
lichen Verkehrs, Hamburg 1854), dann von Jevons 
und Leon Walras (dem Älteren) vertreten. Sie knüpft 
an den Gedanken der Unterschiedsempfindlichkeit 
oder der Schwelle des Bewußtseins innerhalb des wirt 
schaftlichen Lebens. Nämlich, wenn ein Gut verschie 
dene Bedürfnisse befriedigen kann und wirklich bei 
einer ausreichenden Menge zur Befriedigung verschie 
dener Bedürfnisse gebraucht wird, dann wird dieses 
Gut nach der Bedeutung geschätzt, die wir dem zu 
letzt befriedigten letzten Bedürfnisse beilegen; also, je 
mehr die vorhandene, dem Wirtschaftssubjekt zur Ver 
fügung stehende Gütermenge steigt, desto niedriger 
fällt der Wert des einzelnen Güterquantums. 
Jevons spricht in einer Reaktion zu der damals 
herrschenden Schule Ricardos, die wegen Mangel an
	        
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