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Sonach übertrifft Anfang 1912 das Vermögen von 499836.03 Mk.
die Schulden von 389116.42 Mk. um 110719.61 Mk., d. h. einem
Vermögen von 230.02 Mk. pro Kopf der Bevölkerung stehen Schulden
von 179.06 Mk. gegenüber, so daß sich auf den Kopf ein Reinver
mögen von 50.96 Mk. ergibt.
Dieses Reinvermögen ist naturgemäß ständigem Wechsel unter
worfen und wird sich in den nächsten Jahren wegen unaufschiebbarer
außerordentlicher Anforderungen noch verringern. Der Vermögensver
lust wird aber mehr als ausgewogen durch die ideellen Vorteile, die
sich allerdings nicht in Geld bewerten lassen. Eine Überschuldung ist
nicht zu befürchten, wenn es auch „noch anhaltender Aufklärungsarbeit
bedürfen wird, ehe sich die Öffentlichkeit daran gewöhnt hat, die Höhe
und das Wachstum der Schulden als ein Zeichen eher zunehmender
Aufgaben und umfänglicher kommunaler Tätigkeit als sich verschlechternder.
Finanzlage anzusehen"?)
i) Most S. 195.