Full text: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

V. Hauptstück. 
Rückblick und Ausblick. 
Aus dem Werden und Wachsen der Gemeinde war ersichtliche 
wie sich aus der wirtschaftlichen Einheit der bäuerlichen Gemeinde das 
Doppelwesen der Separations- und Personalgemeinde entwickelte, wie 
durch unverständige Gemeinheitsteilungen die Allmende verloren ging, 
und endlich im Jahre 1909 beide Gemeinden in eine Körperschaft 
zusammengeschmiedet wurden. 
Politische und Kirchengemeinde sind seit Ende des Jahres 1907 
vollkommen dadurch voneinander losgelöst, daß die Gemeinde beschloß, 
keine Lasten mehr für die Kirche aus öffentlichen Mitteln zu tragen, 
„da die Uebernahme derselben auf die Gemeindekasse mit Rücksicht auf 
diejenigen Einwohner, die nicht Mitglieder der gedachten Kirchen 
gemeinde sind, fernerhin nicht mehr angängig erscheint". 
In der Privatwirtschaft hat sich die neue Zeit von den Lasten 
der alten befreit. Die auf Grund der Gesetze vom 2. Mai 1850,. 
des Gesetzes betreffend die Ablösung der Reallasten und die Regu 
lierung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse und des Ge 
setzes über die Errichtung von Renten, noch auf verschiedenen Grund 
stücken haftenden Domänenrenten sind mit dem 1. Oktober 1908 ab- 
gelaufen bis auf eine Rente von 5,40 Mark, die Ende April 1909 
erlosch. Auf Grund des Gesetzes betreffend die Ablösung der den 
geistlichen und Schulinstituten, sowie den frommen und milden Stif- 
tungen zustehenden Realberechtigungen vom 27. April 1872 abge 
schlossenen Rezesse vom 14. März 1903 sind die letzten der Pfarre 
und der Küsterei an Meßkorn und Eiern zustehenden Realberechtigungen 
durch Barzahlung oder Rente abgelöst worden. Falls nicht Kapital- 
zahlung erfolgt, sind diese Renten im Gesamtbeträge von 354,60 Mark 
Ende April 1960 und einer Rente von 10,60 Mark Ende November 
1960 getilgt und damit der letzte Zusammenhang mit der Zeit der 
Naturalwirtschaft zerrissen. 
Aber im Gebiet der Gemeindverwaltung selbst mußten sich große 
Änderungen vollziehen. Neue Ausgaben erheischten neue Einnahmen.
	        
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