planes selbst übernimmt. Die erste Phase ist wohl die bequemere,
leichtere, aber vom kommunal-politischen Standpunkt völlig falsche. Um
mit Arno Bernhardts zu sprechen: „Man nahm die Karte, legte die
Reißschiene an und zog die Straße". Dieses System war das herrschende
in jener Zeit. An Plätze zu kommunalen Zwecken war ebensowenig
gedacht wie au Schmuckplätze,die Straßen, alle rechtwinklig ohne
jedes künstlerische Moment, ohne Rücksicht auf benachbarte Ortschaften
und spätere Kanalisation. Die Anlage von Bebauungsplänen wurde
daher später mit Recht den Unternehmern aus der Hand genommen,
und ein Plan einheitlich für die ganze Feldmark nach großzügigen Ge
sichtspunkten festgestellt. Denn es hat sich gerade auf diesem Gebiet
gezeigt, daß die alten Sünden nicht mehr zu beseitigen sind. Dieser
Großzügigkeit entsprach auch das Verhalten in der Geländeaufschließung
durch den Bahnbau. Bei dem gegenwärtigen Stand der Technik und
der Zeit der Erfindungen muß es auch vom wissenschaftlichen Stand
punkt für vollkominen unrichtig angesehen werden, einer fremden Unter
nehmung auf 90 Jahre das Monopol in der ganzen Feldmark zu über
lassen. Diese Ablehnung war also gerechtfertigt, ebenso das Eintreten
für eine normalspurige Bahn. Es niuß vollkommen unverständlich
bleiben, daß sich die Aufsichtsbehörde nicht den Gedanken zu eigen
machen konnte, daß in einem System von normalspurigen Bahnen eine
schmalspurige keine Existenzberechtigung hat; und in der Tat ist dieses
störende Moment nur durch Umänderung in eine Normalspurbahn zu
beseitigen. Denn wenn die geplante elektrische Bahn von Friedrichshagen
nach Grätzwalde ins Leben tritt, ist eine Durchführung nach Kalkberge
wegen der verschiedenen Spurbreiten unmöglich, und diese Bahn, die
im Auschluß an die Köpenicker Bahn erstrebt wird, ist aller Voraussicht
nach nur der Anfang eines, wenn auch in weiter Zukunft liegenden
Straßenbahnnetzes.
3. Bauordnung.
Bildet der Bebauungsplan die Grundlage für eine vernünftige und
gesunde Bodenpolitik, so folgt als kaum minder wichtige Notwendigkeit
zur Durchführung der eingeschlagenen Politik Banordnung, Ortsstatut
-imb Steuersystem.
*) Grundpreise der Stadl Gera ILO. (Diss.)
*) Zu erwähnen ist hier ein zur Zeit der Gründung sehr anmutig wirkender
See Infolge der großen Grundwasserentziehung durch die Berliner Wasserwerke
trocknete dieser ein, und der wüste Platz wurde später von der Gemeinde erworben,
um durch Auffüllung als Bauplatz für öffentliche Zwecke zu dienen. Bezeichnend
für die Art der Unternehmeraibeit ist nun hierbei, daß sie für's Auge etwas schufen,
Zugleich aber die Entwässerung dorthin leiteten; zur Beseitigung dieses Mißstandes
fit ein großer Teil der Straße höher, bezw. niedriger zu legen.