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'Benachteiligung der Terrainbesitzer nicht im geringsten die Rede sein,
wenn diese selbstverständlich auch das Gegenteil behaupten und mit allen
Mitteln versuchen werden, eine vernünftige Bodenpolitik zu schänden zu
machen, die zwar nicht das Interesse der gegenwärtigen Besitzer schädigt,
wohl aber den künftigen Eigentümern und Mietern ein wohlfeiles
und sanitär unbedenkliches Wohnen ermöglicht. Denn wird mit dem
Mietshausbau erst begonnen, so hört die gesunde Entwicklung auf, der
Vorort empfängt die Nachteile der Großstadt ohne deren Vorzüge.
Wie Eberstadl * 2 3 ) sagt: „Der Privatbesitz wird auch hier zerstört. Das
Familienhaus und der Flachbau verschwinden. Die Mieten steigen;
hinter den hauptstädtischen Preisen bleiben sie gerade um den Betrag
des Fahrgeldes zurück, die Steuern gehen in die Höhe, die Leistungsfähigkeit
der Bevölkerung aber geht rückwärts. Denn an Stelle des
realen Grundbesitzers tritt der nominelle Hausbesitzer; an Stelle des
steuerfähigen Grundbesitzes der übertragende Steuerhebel der Mietskasernen."
Die schwerwiegendsten und sofort erkennbaren Bedenken zeigen sich
aber auf sanitärem Gebiet. Sie allein schon verpflichten die Verwaltung
zu prohibitivem Einschreiten. In den neuen Massenmietshäusern
würden sich unerträgliche Zustände herausbilden, denn noch
fehlen die hygienischen Einrichtungen, an der Spitze Wasserleitung und
Kanalisation, wenn schon seit Jahren die Projekte einander ablösen
und neuerdings der Kreis ein Verbandswasserwerk errichten will, ein
Unternehmen, das bereits greifbare Gestalt annimmt. Ist aber die
Einführung von Wasserleitung und Kanalisation^) gelungen, so ist es
schwer, wenn überhaupt möglich, noch Abhilfe zu schaffen; denn eine
alte Erfahrung lehrt, daß die Einführung von Wasserleitung und
Kanalisation die Mietskasernen begünstigt, und zwar nicht nur indirekt
durch Schaffung der nötigen sanitären Vorbedingungen und der erforderlichen
Bequemlichkeiten, sie übt auch eine Reihe direkter Wirkungen
in dieser Richtung aus. Wir wollen Paul Voigts die drohende Gefahr
weiter ausmalen lassen: „Zunächst wird die bauliche Herrichtung
eines Grundstücks durch die bedeutenden Kosten der erforderlichen An')
a. a. O. S. 109.
2 ) Die Kanalisation ist m. E. nicht ein Korrelat zur Wasserleitung. Große
Städte und Berliner Vororte haben bis in die jüngste Zeit noch keine Kanalisation
gehabt; viel weniger ist es natürlich ein Bedürfnis für einen Ort, in denen Niederschläge
und Wirtschaftswasser abgeleitet werden, Fäkalien und Inhalt der Senkgrube
teils zur Düngung des Hausgartens benutzt, teils abgefahren werden können.
Für Mietskasernen ist solcher Zustand natürlich unerträglich, die Entstehung derartiger
Gebäude ist daher auch nicht zu begünstigen.
3 ) a. a. O. S. 139.