Full text: Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

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II. Öffentliche Versicherung. 
Die übrigbleibenden vier^ Zw.A. hatten nur einen äußerst geringen Teil 
ihres Gesamtbestandes rückgcdeckt. Während demnach bei den Zwangs 
anstalten die Rückdeckung eine Ausnahme bildet, ist sie bei den N.Zw.A. 
die Regel. Berücksichtigt man, daß eine nach richtigen versichorungstech- 
nischen Grundsätzen rationell wirtschaftende Versicherungsanstalt zur Rück 
deckung nur greift, wenn sie sich nicht im Wege der Mitversicherung ent 
lasten kann oder die Höhe der übernommenen Versicherungssummen oder 
die Art der Risiken sie dazu zwingen, so erscheint bei dieser Lage der 
Rückdeckungsverhältnisse der Zwangs- und der Nichtzwangsanstalten der 
Schluß gerechtfertigt, daß die große Maste der Risiken bei den N.Zw.A. 
durchschnittlich eine ungünstigere Mischung aufweist, als bei den Zw.A. 
Es zeigt sich hier deutlich — vom versicherungstechnischen Standpunkt 
gesprochen — die ungünstige Lage, in welche die N.Zw.A. durch ihre 
Annahmepflicht für Gebäude gegenüber den Privatversicherern, die in der 
Risikenauslese freie Hand haben, geraten sind. Volkswirtschaftlich ist 
dieser Umstand aber sehr wichtig, da er einer großen Reihe von Risiken, 
die bei privaten Erwerbs- oder Gegenseitigkeitsanstalten keinen Ver 
sicherungsschutz finden würden, eine Deckungsmöglichkeit gewährt. In 
der Tat ist festgestellt, daß die ö. F.A. von den Privatversicherern ab 
gestoßene Risiken in großer Anzahl 24 25 glatt übernommen haben. Die 
Richtigkeit dieser Vermutung wird ferner bestätigt, wenn man die Zu 
sammensetzung der versicherten Bestände der einzelnen öffentlichen Anstalten 
durchprüst und den Anteil ermittelt, welche die auf die verschiedenen Berufs 
stände verteilten Gruppen der Versicherungsnehmer an den Beitrags 
erhebungen und Schadenleistungen haben. Aus den einzelnen Angaben 
der ö. F.A. ergibt sich, daß unter den Versicherungsnehmern die An 
gehörigen der Landwirtschaft überwiegen, daß also die Mehrzahl der 
Versicherungen Risikengruppen angehört, welche nach der Bauart und dem 
Inhalte des einzelnen Risikos wie dem Umfange des vorhandenen Brand 
schutzes meist zu den weniger günstigen zu rechnen sind. 
Im nachfolgenden sind einige Zahlenbeispiele gegeben, welche nach 
gleichmäßigen Gesichtspunkten als Stichproben aus den Berichten der im 
freien Wettbewerb stehenden ö. F.A. ausgewählt sind, deren Gebiete sich 
stalten, die „Landschaftliche" zu Marienwerder und der Domänenfeuerjchädenfonds 
in Preußen. 
24 Breslau, Stettin, die „Nassauische" in Wiesbaden und die Gebäude 
brandversicherungsanstalt für das Großherzogtum Sachsen in Weimar. 
25 Die Zahlen gehen bei einzelnen preußischen Sozietäten für den Zeitraum 
weniger Jahre in viele Hunderte hinein.
	        
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