Full text : Kritischer Beitrag zur Theorie des internationalen Handels

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bei gestörter Konkurrenz sich auch oberhalb dieser Kostengrenze
abspielen kann, zeigt uns, daß das Differentialprinzip für Konkurrenzprobleme
 uninteressant ist. Immerhin haben auch diese auf Ertragsdifferenzen
 basierenden Supplemente Berührungspunkte mit
unseren Untersuchungen, wie wir oben bei Erörterung der Rentenerscheinungen
 ausgeführt haben!). Sie bestehen eben darin, daß das
Differentialmoment sowohl innerhalb wie zwischen den Betrieben
anwendbar ist.
Wenn wir jetzt den gesamten bisherigen Gedankengang
überblicken, so muß es auffallen, daß die Verwandtschaft der
Systeme und ihrer Problematik eine sehr enge ist. Mit dem Verzicht
 auf das substantielle Kausalproblem?) lösen sich alle Schwierigkeiten,
 die die Einheit der Theorie zu gefährden vermögen, mit
ihm schwinden auch die Gründe für eine Theorie der internationalen
Werte, glätten sich alle Unebenheiten im Gesamtbau der Theorie,
die wir als sogenannte Modifikationen bisher besonders hervorgehoben
 haben.
Wir können deshalb unsere erste Frage, die wir in der Einleitung
 stellten, nunmehr endgültig dahin beantworten, daß es
nur eine Theorie schlechthin gibt, daß also eine Theorie der
internationalen Werte vom theoretischen Standpunkt aus
keine Existenzberechtigung mehr besitzt, und zwar nicht nur
deshalb, weil die Äquivalenztheorie der Klassiker falsch ist, sondern
 weil überhaupt jegliche Kausaltheorie des Preises, die der
Voraussetzung freier Konkurrenz stets bedarf, einen zweckwidrigen
Ausgangspunkt nimmt, der zu theoretischen Dualismen herausfordert.

Im Rahmen der Theorie Cassels sowohl wie der Nutzentheorie
lassen sich die Resultate der oben angeführten empirischen Kritik
als Daten des Systems verwenden. Jeweils entsprechend der konkreten
 Situation haben wir es mit bestimmten Produktionsmittelmärkten
 zu tun, auf denen sich die Preisbildung gemäß der Knappheit
 vollzieht. Ihre Interdependenz ist mangels freier Konkurrenz
unterbrochen, ein einheitlicher Preis, der für diese Märkte eine
1) Vgl. oben S. 61 ff.
2) Daß wir mit diesem Verzicht keineswegs wieder bei der mengenmäßigen
Gegenüberstellung von Angebot und Nachfrage angelangt sind, dürfte wohl ohne weiteres
anerkannt werden.
            
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