z III. Die Fürsorge des Staates für die Land-Potenzen
hin, die unserm Vaterland unentbehrlich sind!). Die
Erkenntnis von den politischen Vorzügen der Landbewohner
hat eine weitere Steigerung der Wertschätung des Landes bewirkt.
Das Land wird unter anderem deshalb geschätt, weil
hier die Zahl der Selbständigen größer ist als in der Stadt.
Und ebenso ist es durch die größere Zahl der Wehrfähigen ausgezeichnet.
Die ländliche Bevölkerung übertrifft die städtische
wesentlich an Lebenskraft: die Zahl der Geburten ist dort größer.
Vom Standpunkt der Naturalversorgung des Staats (mit
Nahrungsmitteln, Rohstoffen, Menschen) wird dem Land eine
erhöhte Wichtigkeit beigemessen, und solche Erwägungen werden
mit konsequenterer Gründlichkeit und umfassenderer Vertiefung
angestellt. Man beobachtei, wie die Gefahr einer Hypertrophie
der Industrie und ~ aus ihr sich ergebend ~ einer in der Volkswirtschaft
sich geltend machenden Blutleere hervortritt: die vollkommene
Umtkehr der mittelalterlichen Verhältnisse. Solchen
Gefahren will man durch verstärkte Pflege der Landwirtschaft
begegnen.
Die neue Grundauffassung macht sich in einer neuen Deutung
und Behandlung der einzelnen Einrichtungen der ländlichen
Verhältnisse und der einzelnen Maßnahmen, durch die man
die ländliche Entwicklung zu regeln suchte und weiter sucht,
geltend. Alles tritt in einen neuen Zusammenhang.
Überaus lehrreich sind die wechselnden Zwecke und die Motivierungen
der Unteilbarkeitsordnungen. Nachdem der Staat
im Mittelalter diesem Gegenstand gar keine Aufmertsamkeit
gewidmet. hatte, begann er, wie wir erwähnten, im Anfang der
Neuzeit mit Anordnungen gegen Teilungen der Landgüter aus
lediglich finanziellem Motiv. Später treten dazu militärische
und neuerdings allgemein volkswirtschaftliche, soziale, nationale
Erwägungen. Die Motivierungen und Erwägungen werden
fortschreitend reicher. Gerade auch die mit dem Jahr 1878 einseßende
Zeit der neukonservativen Wirtschaftspolitik Bismarcks
1) Wygodzinski, Wandlungen der deutschen Volkswirtschajt, S. 152
und 164. Sering, Wörterbuch der Volkswirtschaft, 3. Aufl., Bd. 1,
S. 53.
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