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Künstliche Düngemittel.
wendende Kaliumhydroxyd salpetersäurefrei und der Zinkstaub metallreich
ist, d. h. nicht zu viel Oxyd enthält, also eine gut reduzierende Wirkung äußert,
so ist dieses Verfahren neben dem von K. Ul sch (S. 147) wegen seiner Einfachheit
sehr zu empfehlen, zumal wenn es sich um vereinzelte Bestimmungen handelt,
zu deren Ausführung das Schlösing-Wagner sehe Verfahren verhältnismäßig viel
mehr Zeit erfordert. Bei Anwendung großer Wasserwannen zum Hineinhängen
der U-förmigen Böhren kann man mehrere Bestimmungen nebeneinander ausführen.
0. Böttcher 1 ) verfährt in folgender Weise: 10 g Salpeter oder 20 g
salpeterhaltiges Gemisch werden zu 1 1 gelöst (nötigenfalls filtriert) und hiervon
zur Bestimmung 50 ccm = 0,5 g bezw. 1 g Salpeter in einen Erlenmeyer-Kolben von
etwa */ 4 1 Inhalt gebracht, 120 ccm Wasser und 80 ccm Natronlauge von 32° Be.
(1,8 spezifisches Gewicht) zugesetzt; sodann fügt man 5 g Zinkstaub und 5 g
Fig. 23. Apparat für die Bestimmung der Salpetersäure nach dem Reduktionsverfaliren.
Eisenpulver hinzu (Ferrum limatum-Pulver) und läßt nach dem Verbinden mit dem
Destillationsapparat eine Stunde lang ohne Erwärmen stehen. Alsdann destilliert
man unter lebhaftem Sieden, bis etwa 100 ccm Flüssigkeit übergegangen sind.
A. Stutzer verwendet auf 0,5 g Salpeter 25 ccm Natronlauge von 33° Be.
und 3 g Aluminiumdraht oder -Blech, läßt über Nacht stehen und destilliert dann
das gebildete Ammoniak ab. Herfeld-Bonn empfiehlt, nach vollendeter Reduktion
erst einige Zeit mit kleiner Flamme zu erwärmen, bis der Wasserstoff aus der
Lösung ausgetrieben ist und die Flüssigkeit ins Sieden kommt. Das Aluminium soll
statt in Form von Draht in Form von 1 cm breiten und 2 cm langen Streifen ange-
wendet werden. Devarda * 2 3 ) setzt zu 0,5 g Salpeter etwa GO ccm Wasser, 5 ccm Alkohol
50 ccm Kalilauge von 1,3 spezifischem Gewicht und 2- 2 1 /» g einer Legierung,
welche aus 45 Teilen Aluminium, 50 Teilen Kupfer und 5 Teilen Zink besteht
verbindet den Kolben mit dem Destillierapparat, erwärmt gelinde und beginnt nach
x / 2 Stunde mit der Destillation. Th. F. Schmidt*) schlägt Reduktion mit Zink'
und Eisenstaub in essigsaurer Lösung vor.
x ) Landw. Versuchs-Stationen 1892, 41, 370.
2 ) Ebenda 1893, 42, 370.
3 ) Chem.-Zeitung 1890, 14, 1410.