Full text: Probleme der Wirtschaftsgeschichte

mit bes. Rücksicht auf die Stadtwirtschaft des deutschen Mittelalters. 167 
deuteten, kann die Naturalwirtsschaft tauschlos oder richtiger 
annähernd tauschlos sein, aber auch bereits einen starken Umsatz, 
nur eben mit Naturalien, kennen. Wenn man indessen diese 
Einschränkungen macht, wird man nachdrücklich betonen, daß in 
den Begriffen Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft bedeutsame 
Gegensätße zum Ausdruck kommen!). 
Büchers ältere Theorie unterscheidet sich dadurch von seiner 
iüngeren, daß er noch eine besondere Wirtschaft der Dorfgenossen- 
schaft oder Markgemeinde annimmt, die er später fallen gelassen 
hat. Man könnte sich wohl neben der Hauswirtschaft eine Dorf- 
wirtschaft denken. Die Wirtschaft eines Dorfes setzt sich nicht 
bloß aus der Summe der zu ihm gehörigen Hauswirtschaften 
Bede, im 12. bzw. 13. Jahrhundert (vgl. unten Nr. IR) , geschah es 
großenteils gewiß zu dem Zweck, gerade Geld zu erhalten. . Schon die 
ältesten Nachrichten zeigen, daß bei dieser Steuer die Geldzahlung über- 
wiegt, die Zahlung in Naturalien keine große Rolle spielt. Es kann 
von einer Entwicklung in dieser Hinsicht nur wenig die Rede sein. Die 
Zahlung in Naturalien hat bei der Bede da, wo sie vorkommt, ihren 
Grund oft nur in lokalen Verhältnissen. Vgl. meine landständ. Verf. 
a. a. O. 49 ff. und III, 2, 127 f. – Auch in der Gegenwart geht die 
intensivere Gestaltung des wirtschaftlichen Verkehrs großenteils auf 
politische Tatsachen, z. B. die Einrichtung der großen Armeen, zurück. 
Vgl. Bücher, Entstehung der Volkswirtschaft 2. Aufl. S. 175. 
!) So ist es z. B. unzweifelhaft der Bemühung wert, festzustellen, 
in welchem Umfang die Geldzahlung im kaufmännischen Verkehr des 
Mittelalters Platz hat (über den alten Orient s. Ed. Meyer, KI. Schrif- 
ten S. 160 ff.). Innerhalb Deutschlands ist sie das weit Überwiegende. 
Über den Verkehr mit den Russen bemerkt dagegen Stieda, Revaler 
Zollbücher S. C1II: „Pelzwerk wurde lange Zeit neben dem Silber, 
welches beim einfachen Manre eine Seltenheit war, als Geld ge- 
braucht.“ Conze, Kauf nach hanseatischen Quellen S. 7 ff. Nicht ganz 
dasselbe ist der Warentausch, der auch in Deutschland verhältnismäßig 
oft erwähnt wird. Vgl. z. B. Keutgen, Urkunden zur städtischen Ver- 
fassungsgeschichte S. 96 F 48 (ebenda daneben Geldzahlung erwähnt) 
und S. 162 s 46; Nirrnheim, Das Handlungsbuch Vickos von Gelder- 
sen, Einleit. S. 36 und 59 Anm. 16: Schäfer, Das Buch des Lübeckischen 
Vogts auf Schonen S. LVI. A. Doren, Studien aus der Florentiner 
Wirtichattögeschichte II, S. 575. Rückkehr zum Warentausch während
	        
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