Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

376 
Futtermittel. 
Die Oberhaut-(Kork-)Schicht der Zuckerrübe ist der der Kartoffel ähnlich. 
Kennzeichnend für die Zuckerrübenschnitzel sind die Netzgefäße oder Siebröhren 
(Fig. 146, S. 375). 
Fleischfuttermehl, Fischfuttermehl, Kadavermehl. 
a) Das Fleischfuttermehl 1 ) besteht aus den getrockneten und gemahlenen 
Rückständen von der Fleischextrakt-Bereitung. Die bei der Herstellung des Fleisch 
extraktes gewonnenen knochenreichen Abfälle geben den Rohstoff für das Fleisch 
knochenmehl, die von Fett und Sehnen tunlichst befreiten und mit 70—80° warmem 
Wasser ausgezogenen Fleischstücke den Rohstoff für das Fleischfuttermehl ab. 
Gutes Fleischfuttermehl muß nahezu geruchlos und sehr fein gemahlen sein. An 
A Hg. 149. B 
Muskelfasern aus Fleischfuttermehl 
nach Behandeln mit Säuren und Natronlauge. nach alleiniger Behandlung mit Säuren. 
(Yergr. 120.) (Vergr. 300.) 
Schweine kann es je nach dem Lebendgewicht derselben von 1 / 10 —1 kg, an Schafe von 
100 bis 400 g, an ein Stück Großvieh von 1 / 2 —1 kg gefüttert werden, ohne daß die 
tierischen Erzeugnisse an Beschaffenheit eine Einbuße erleiden, jedoch soll man mit 
geringen Mengen (10 g bei kleineren oder 60 g bei größeren Tieren) anfangen. Für 
Pferde ist es nur in Form von Fleischzwieback geeignet. 
Verfälschungen kommen beim Fleischfuttermehl kaum vor. Am nächsten 
liegt, demselben Fleischknochenmehl — gekennzeichnet durch einen hohen Aschen 
gehalt — Fischmehl, Knochen-, Horn-, Leder- oder Kadavermehl zuzusetzen. Zahl 
reiche Untersuchungen des Fleischfuttermehles ergaben folgende mittlere Zusammen 
setzung und Schwankungen: 
Wasser Protein Fett Asche 
Mittel Schwank. Mittel Schwank. Mittel Schwank. Mittel Schwank. 
10,50% (5,7-15,2%) 72,32% (59,9-84,2%) 13,17% (5,9-24,0<%) 3,98% (1,6-12,0%). 
Für die mikroskopische Untersuchung behandelt man das Fleischfuttermehl 
mit verdünnten Säuren und verdünnter Natronlauge; es erscheinen die Fleischteilchen 
l ) Yergl. zu diesem Abschnitt V. Schenke, Landw. Versuchs-Stationen 1903, 58, 9.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.