Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

Bei  Gegenwart  von  Weizenmehl  werden  ferner  die  großen  konzentrischen
Körner  sich  verraten.  Ist  Eoggenmehl  zugesetzt,  so  gibt  sich  dieses  durch  die  in
der  Mehrzahl  strahlig  zerklüfteten  großen  Stärkekörner  zu  erkennen.  Ebenso
verrät  sich  die  Stärke  der  Leguminosen  durch  ihre  bohnenartige  Form  mit  den
kennzeichnenden  Längsrissen  (vergl.  Linsenstärke,  Fig.  99,  S.  328).
Andere  einheimische  Mehle  und  Stärkearten,  welche  dem  Kartoffelmehl  beigemengt ­
  werden  könnten,  bestehen  zum  größten  Teil  aus  zusammengesetzten  und
eckigen  Körnern,  während  Kartoffelstärke  überhaupt  wenig  kleine  Körner  enthält
und  diese  fast  kugelig  sind.
Fig.  143,  S.  373,  zeigt  eine  Flächenansicht  der  Korkschicht  der  Kartoffelschale ­
  in  einem  mit  verdünnter  Salpetersäure  und  verdünnter  Kalilauge  hergestellten
Präparate.  Die  Zellwände  erscheinen  meist  noch  braun  und  fallen  durch  ihre  große
und  trotz  der  Dünnwandigkeit  der  Zellen  meist  noch  scharf  polygonale  Form  auf.
Fig.  144,  S.  373,  zeigt  ein  Stück  des  Mehlkörpers  der  Kartoffel  aus
Kartoffelpülpe  mit  den  großen,  inhaltlosen  Zellen  mit  dünnen  Zellwänden,  die
im  Gegensatz  zur  Korkschicht  hier  vielfach  in  der  verschiedensten  Weise  zerrissen
oder  ineinandergeknickt  erscheinen.
In  Melassefuttermitteln  erkennt  man  die  Kartoffelpülpe  vorwiegend  an
der  eigenartigen  Korkschicht  der  Schale  (Fig.  143),  sowie  den  großen  inhaltlosen,
dünnwandigen  Zellen  des  Mehlkörpers  (Fig.  144,  S.  373).
d)  Getrocknete  Rüben  und  Etlhenschnitzel.  In  letzter  Zeit  hat  man
versucht,  die  Zuckerrüben  ebenso  wie  die  Kartoffeln  künstlich  zu  trocknen,  weil  sie
ebenfalls  in  übergroßer  Menge  angehaut  werden  und  sich  noch  weniger  verlustlos
aufbewahren  lassen,  als  die  Kartoffeln.  In  bedeutend  größerem  Umfange  und  schon
länger  ist  das  Trocknungsverfahren  bei  den  Diffusionsschnitzeln  in  Gebrauch.  Nach
dem  Verfahren  von  Büttner  und  Meyer  in  Ürdingen  werden  die  nassen  Schnitzel
mit  den  in  einer  besonderen  Feuerung  erzeugten  Feuerungsgasen  in  direkte  Berührung
gebracht;  der  hohe  Wassergehalt  der  Schnitzel  schützt  sie  vor  einer  Erhitzung
über  100°.  Das  Verfahren  von  Petry  und  Hecking  in  Dortmund  unterscheidet
sich  von  dem  ersteren  nur  dadurch,  daß  die  mit  Wasserdämpfen  gesättigten  Heizgase ­
  den  Apparat  schon  in  der  vorletzten  Trockenkammer  verlassen,  so  daß  die
letzte  Trockenkammer  nur  von  außen  geheizt  wird.  Hierdurch  soll  ein  Anbrennen
der  Trockenschnitzel  vermieden  und  die  Wärme  besser  ausgenutzt  werden. 1 )
Neben  den  Trockenschnitzeln  aus  gewöhnlichen  Diffusionsschnitzeln  sind
neuerdings  auch  sog.  „Zuckerschnitzel“  zu  unterscheiden.  Letztere  werden  nach  dem
Verfahren  von  K.  Steffen  erhalten; 2 )  darnach  werden  die  Rübenschnitzel  nicht  mit
Wasser,  sondern  2  Minuten  lang  mit  bereits  gewonnenem,  auf  96—100°  angewärmtem
Eühensaft  behandelt,  der  Brühsaft  abgezogen,  die  zurückbleibenden  noch  heißen
Schnitzel  in  den  gebräuchlichen  Pressen  abgepreßt  und  dann  in  den  gewöhnlichen
Schnitzeltrockenapparaten  getrocknet.  Ihr  höherer  Gehalt  an  Zucker  rechtfertigt
die  Bezeichnung  „Zuckerschnitzel“.  Die  Zusammensetzung  dieser  Erzeugnisse  erhellt
im  Mittel  mehrerer  Untersuchungen  aus  folgenden  Zahlen:

Getrocknete:

Wasser
°/o

Stickstoff-Substanz

»/„

Fett
«/„

Zucker
°/o

Stickstofffreie

Extraktstolfe

°/o

Rolifaser
°/ 0

Asche
°/ 0

Ganze  Zuckerrüben  .  .

8,10

6,01

0,25

63,32

10,84

6,59

4,89

Diffusionssohnitzel  .  ,

11,90

8,24

0,60

7,60

49,86

17,46

4,45

Zuckerschnitzel  (sog.)  .

7,15

7,05

0.33

34,55

33,97

13,10

3,85

')  Vergl.  M.  Schmöger,  Landw.  Versuchs-Stationen  1904,  59,  83.
3 )  Vergl.  J.  Hansen,  Landw.  Jahrbücher  1903,  32,  337.
            
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