Full text : Probleme der Wirtschaftsgeschichte

A448 VII. Die Entstehung des modernen Kapitalismus.
Verboten, also in der Verfassung, in den wechselnden Erfolgen
der Zunftpolitik, auch einem psychologisch vermitteltenMoment,
daneben in den Verkehrsverhältnissen der Zeit, die + wir müssen
doch wiederum Büchers Ausdruck anwenden ~ den „langen
Weg“ erschwerten, endlich in dem noch geringern Vorrat von
Kapital sind wohl die stärksten Schranken zu sehen, die den
mittelalterlichen Handwerker hindern, eine große Wirtschaft einzurichten!).

Trotz dieser Einwendungen gestehen wir zu, daß Sombarts
Kritik der von Bücher gewählten Bezeichnungen nicht nutlos ist,
wenigstens insofern, als er an ihnen zeigt, daß sie nicht in dem
Maß allen Seiten der betreffend en Erscheinungen gerecht werden,
wie ihr Urheber wohl annahm. Überhaupt fördert er durch seine
scharfnnige Diskussion der nationalökonomischen Begriffe unsere
 Erkenntnis?). Der Vorrang wird jedoch ohne Zweifel den
Termini Büchers bleiben, die die Sache besser treffen und sich
auch aus Gründen des Geschmacks mehr empfehlen?). Übrigens
knüpfen Sombarts Kategorien an ältere Unterscheidungen an.
Insbesondere der von ihm aufgestellte Gegensatz der Bedarfsund
 Erwerbswirtschaft kann als eine anderweitige Formulierung
des Gedankens von Schönberg, Gierke, Brentano, Stahl“) angesehen
 werden, daß zwei verschiedene Phasen der Zunftorganisation
 zu unterscheiden seien, in deren ersterer (im Mittelalter)
den Gewerbetreibenden „der Gelderwerb, um des bloßen Er-1)
 In anderm Zusammenhang weist Sombart (S. 156) selbst
auf die Wichtigkeit der Transporttechnik der Zeit hin. Das führt
doch auf den Bücherschen „langen Weg“.
2) S. oben S. 187.
3) Auch W. Hellpach, ein sehr lebhafter Verehrer Sombarts, gibt
in seinem Aufsat, „Sombarts Wirtschaftspsychologie", Zukunft vom
13. Juni 1903, S. 407 ff. Bücher unbedingt den Vorzug vor Sombart.
 Vgl. S. 409: „Jn der Wortwahl ist Sombart ohne Zweifel
der minder Glückliche."
4) S. die Literaturangaben bei Kulischer, Zur Entwicklungsgeschichte
des Kapitalzinses, Jahrbüicher für Nationalökonomie 74 (1900), S. 451f.
Nach den im Text genannten Forschern haben andere denselben Gedanken
 bekanntlich oft vertreten.
            
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