Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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mafsen einrichten mochte wie er wollte * 1 II) III) IV) ), wobei also auch der 
Transit für ausländisches (nicht deutsches) Gut überall dem- 
gemäfs frei war. Also die alten Verhältnisse Deutschlands modifiziert 
durch gröfsere Freiheit des Transits und ins Belieben gestellte, aber 
eventuell stärkere Betonung der Bedeutung des inneren Verbrauchs 
in den erwachsenen Grenzsystemen 2 ). 
r j Man griff auf die goldene Bulle und den westfälischen Frieden zurück, 
um darzulegen, dafs der Transit an sich frei sei, Transitabgaben vom Reiche 
kompetierende Ausnahmen seien, die die Souveränität der Einzelstaaten nicht 
derart ergriffen habe, dafs willkürliche Festsetzungen Platz greifen konnten, 
über die vom Reiche hergebrachten genau umschriebenen Bewilligungen hinaus. 
[Hannoversche, Hamburger, sächsische Erklärungen beim Bundestag 1832/33; 
Über d. Handelspol. d. teutschen fr. Städte, insbes. Hamburgs u. Frankfurts, 
zwei Abhandl. a. d. t. Vaterlandszeitg., bes. abgedr. a. e. Beitrag z. neuenste 
Gesch. d. teutschen Zoll- u. Handelswesens, Darmstadt 1833, S. IV—VI, 5 — 7, 
u. ff.; C. F. Wurm, Üb. d. Hamburg. Erklär, am Bundestag, d. d. Zollwes. 
betr., Kritik eines Artikels der deutschen Vaterlandsztg. (a. d. krit. Blättern d. 
Börsenhalle 25, März u. 1. April 1833), Hamburg 1833, S. 3—6, 11—16, 19, 23, 
25, 27, 29, 30, 31, 34; (C. F. Wurm, F, Th, Müller u. a.), Die Aufg, d. 
Hansest. gegenüb. d. d. Zollver,, sowie in Bez. a. e. geroeins. d. Handelspol., 
Commissionsber. a. d. Vaterl. Section d. Hambg. Ges z. Bef. d. Künste u. 
nützl. Gew., Hamburg 1847, S. 114—124; u. a.] Zoll, der die einheimischen 
Untertanen anfafste, nach der Akzise- etc. Theorie der alten Städte und der 
Territorien, sei in das Belieben der Territorialgewalten nach altem Recht 
gestellt, wurde anerkannt. [Zur hamburgischen Formulierung der Theorie vgl. 
Friedr. v. Wissel, Versuch einer Abhdlg. de jure vectigali, Zelle 1771, 
S. 70 ff.; a. Was würde aus Deutschland werden, wenn jedes besondere 
Reichsland eine eigene Ein-, Aus- und Durchfuhr-Zoll-Anstalt erschüfe ? Frank 
furt u. Leipzig 1804, S. 21, 23, 45 ff. (Reichsgrenzzollprojekt); u. a.]. 
2 ) Im April 1828 bestanden folgende Durchfuhrtarife zu Lande: 
A. Gebühren nach den Distanzen angesetzt: 
I) Württemberg, Grofsh. Hessen und Baden: 1 /a xr, per Zentner und Stunde. 
II) Kurhessen: 8 /6 xr. per Zentner und Wogmeile. 
III) Bayern: °/ao xr. per Zentner und Stunde. Zusatz von 3‘/a °/o vom 
Betrag des Zolls für Stempel, ferner 2 xr. per Zentner Weggeld ein 
für alle mal. 
IV) Nassau, Oldenburg: Frei. Es sind nur die Kosten zur Sicherstellung 
gegen Defraudation zu tragen. 
B. Gebühren ohne Rücksicht auf die Distanzen: 
I) Preufsen: Als Regel: 57 8 /s xr. per Zentner von allen durchgehenden 
Waren. Ausnahmen: 229 ‘/j xr. per Zentner von allen Arten Baumwoll- 
waren, Manufakturen, ganz von Wolle oder vermischt, Tyroler Decken 
und Fries; 114 8 /* xr. per Zentner von Schafwolle, Leder, Lederwaren 
aller Art, unvermischten Baumwollwaren und Spitzen, wollenem Garn, 
Polstermöbeln; 76Va xr. per Zentner von Heringen; 65 xr. per Zentner 
von roher Baumwolle; 38‘/a xr. per Zentner von Kuh- und Kälber 
haaren, Stopfen, Korkholz, Saflor, Salpeter, Farbholz, Horn, Klauen,
	        
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