fullscreen: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Vergütung vvn Feierschichten wegen Wagen-, Kohlen- oder 
Karbidmangel. 
Essen, Bochum, Wanne, den ti. Februar 1918. 
An das Reichsamt des Innern (Abt. Reichswirtschaftsamt) 
Berlin. 
In den letzten Monaten haben im Bergbau viele Feier 
schichten eingelegt werden müssen, iveil es an Eisenbahnwaggons 
fehlte. Stellenweise mutzten 3, 4 und mehr Schichten ans diesem 
Grunde gefeiert werden. Der Lohnausfall, der den Bergleuten 
hierdurch erwächst, ist recht erheblich und wird bei den heutigen 
Preisen für die Lebensbedürfnisse doppelt schwer-empfunden. Die 
Unterzeichneten wenden sich daher an das Reichswirtschaftsamt 
mit der Bitte, zu veranlassen, daß für Feierschichten, die wegen 
W a g en m a n g e 1 entstehen, eine Vergütung gezahlt wird. 
Sodann erlauben wir uns, darauf hinzuweisen, datz die 
Bergleute in den Erzbergbaubezirken öfter wegen Kohlen- 
mangels feiern müssen. Sollte die sehr zu begrützcnde Ver 
ordnung vom 31. Januar 1918, wonach für die infolge Kohlen- 
mangels feiernden Arbeiter der Rüstungsindustrie Entschädigung 
gezahlt wird, etwa nicht für die Erzbergarbeiter gelten, so bitten 
wir, dieselben ebenfalls mit in den Kreis der Personen, welche 
die genannte Vergütung erhalten, einzubeziehen. 
Infolge Mangels an Karbid mutzten besonders im 
Erzbergbau des Siegerlandes und Sauerlandes eine Anzahl von 
Feierschichten eingelegt werden, wodurch die Bergleute arch ge 
schädigt worden sind. Solche Feierschichten bitten wir ebenfalls 
zu vergüten, damit die Leute vor Not bewahrt und arbeitsfähig 
erhalten bleiben. 
Da es bei Frostwetter vorgekommen ist, datz durch Bruch 
der Wasserrohre und den dadurch entstandenen Wasser 
mangel eine zeitweilige Einstellung der Betriebstätigkeit hat 
erfolgen müssen (z. B. auf der Zeche Constantin, Bezirk Bochum), 
.bitten wir, auch solche Fälle als entschädigungspflichtig anzu 
sehen. 
Hochachtungsvoll! 
(Folgen Unterschriften der vier Bergarbeiterverbände.) 
Auf die Eingabe vom 1. Februar 1918 wurden die Ver 
bände mit folgender Antwort bedacht: 
Berlin W. 50, den 9, Februar 1918. 
An den Verband der Bergarbeiter Deutschlands, Bochum i. W. 
Aus Ihre Eingabe zusammen mit dem Gewerkverein christlicher 
Bergarbeiter Deutschlands, der Polnischen Berufsvereinigung, Abt.
	        
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