naue Prüfung ihrer Umsatzschnelligkeit und ihrer Umsatzmenge not-
wendig. Dadurch wird eine unnötige Unkostensteigerung durch zu
hohe Lagerzinsen vermieden, Denn es ist falsch, wenn die Genossen-
schaften ‚danach streben, alle Waren ohne Prüfung, ob dies wirt-
schaftlich ist oder nicht, auf Lager haben zu wollen.
Die Umsatzstatistik ermöglicht dem Geschäftsführer seinen La-
gerbestand dem Bedarfe der Mitglieder anzupassen. Denn bei einem
Vergleich der Geschäftslage der Vorjahre und des laufenden Jahres
läßt sich auf Grund der Umsatzgröße der Vorjahre der laufende Be-
darf ziemlich genau schätzen. So kann durch geeignete Lieferungs-
verträge trotz eines verhältnismäßig sehr geringen Lagerbestandes
in der stillen Zeit die Genossenschaft beim Einsetzen der Saison in
der Lage sein, den gesteigerten Bedarfsanforderungen gerecht zu
werden, Die Genossenschaft erreicht dadurch einen schnellen Ka-
pitalumschlag, der sich in einer Verminderung der zu berechnenden
Zinsen auswirkt,
Der Geschäftsgang der Genossenschaft muß sich unbedingt rei-
bungslos abwickeln, wenn der zur Erzielung einer Rentabilität not-
wendige Absatz auch wirklich erreicht werden soll, Denn kein Ge-
nosse kann gezwungen werden, bei einer Genossenschaft zu kaufen,
die ihm keine Vorteile bietet, Soll diese Vorbedingung erfüllt wer-
den, so wird man gerade bei einer Malereinkaufsgenossenschaft gut
daran tun, die Geschäftsführung einem hauptamtlichen Geschäfts-
führer zu übertragen. Für diesen wird der innere Ausbau der Genos-
senschaft, wie auch die Aufrechterhaltung der Beziehungen nach
außen keine Schwierigkeit bedeuten, Als weiterer Grund für seine
Anstellung kann mitsprechen, daß sich immer noch einzelne Meister
davor fürchten, daß ihre Kollegen infolge des gemeinschaftlichen Be-
zuges von der Genossenschaft etwas über ihr Geschäftsgebaren er-
fahren könnten, Die Furcht ist weniger stark, wenn ein dem Ge-
werbe fernstehender Geschäftsführer den Überblick über die Um-
sätze hat.
Wie der innere Aufbau, so bedarf auch der Einkauf selbst einer
entsprechenden Organisation, Bei der Malereinkaufsgenossenschaft
liegt die Schwierigkeit des Einkaufes im Material selbst, denn die
Qualität der Rohstoffe erfordert eine genaue Prüfung, Eine be-
sondere Materialprüfungsstelle wird der Genossenschaft gute Dienste
leisten, wenn sie die Qualität, sowohl der angebotenen, als auch der
gelieferten Farben untersucht und begutachtet, Wo diese Prüfungs-
möglichkeit nicht besteht, müssen Einkäufer und Lagerhalter gute
warenkundliche Kenntnisse besitzen und die einfachen Prüfungs-
methoden, wie sie z, B. das Forschungsinstitut für rationelle Betriebs-
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