Metadata: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Werden, um der sich immer mehr verstärkenden Wohnungsnot 
abzuhelfen. Wir haben deshalb mit Freuden begrüßt, daß der 
Reichstag den Beschlüssen des 10. Ausschusses (Wohnungswesen) 
zugestinimt hat. Wir ersuchen das Reichswirtschaftsamt nun ganz, 
ergebenst, auf den Bundesrat dahin zu wirken, daß dieser in Ge 
meinschaft und im Einverständnis mit dein Reichswirtschaftsamt 
die Bundesstaaten bewegt, alle Vorbereitungen und Maßnahmen 
zu treffen, um die Leitung einer planmäßigen und umfassenden 
Wohnungserstellung nach dem Kriege in die Wege zu leiten. 
Nötig dazu ist die Organisierung aller dafür im Bereiche vor 
handenen öffentlichen und privaten Kräfte, deren Leitung das 
Reichswirtschaftsamt als Zentralstelle übernehmen möge. Wei 
ter bitten .wir das Reichswirtschaftsamt, bei der Heeresverwal 
tung dahin vorstellig zu werden, daß alle frciwerdenden Bau 
materialien den Geeminden, in denen Wohnungsmangel herrsche 
— und hier kommen besonders die Gemeinden der Industriekreise 
in Betracht —, zu billigen Preisen abgegeben werden. 
Ebenfalls ist die rechtzeitige Entlassung von Arbeitskräften 
zur baldigen Wiederinbetriebsetzung der Industrie von Baustof 
fen dringend nötig. Besonders muß darauf gesehen werden, daß 
alle Luxusbauten zurückgestellt werden, und vor allem nur solche 
Bauten errichtet werden dürfen, welche geeignet sind, dem Woh 
nungsmangel abzuhelfen. 
Zweckentsprechende Familienwohnbaracken in guter Aus 
führung, welche zu mäßigen Preisen vermietet werden können, 
wären wohl hier im Industriebezirk als am geeignetsten zu be 
trachten, Heimstätten der aus dem Felde zurückgekehrten Krieger 
und ihrer Familie für die Uebergangszeit zu werden, bis der 
Ban geeigneter Wohnhäuser die Wohnungsnot beseitigt. Dabei 
müßte darauf gesehen werden, daß bei jeder Wohnung ein 
Stückchen Land und zugleich Stallung für Kleinvieh vorgesehen 
würde. 
Vor allen Dingen ersuchen wir das Reichswirtschaftsamt, 
mit darauf zu drängen, daß in den Orten, wo heute schon ein 
Wohnungsmangel besteht, und dies ist in den Gemeinden des 
hiesigen Industriebezirks der Falls billiges Bauland beschafft und 
aufgeschlossen wird. Wo fiskalischer Grund und Boden vorhan 
den ist. möge das Reichswirtschaftsamt darauf drängen, daß dieser 
zum Zwecke der Errichtung von Wohnbauten überlassen wird. 
In der Hoffnung, daß das Reichswirtschaftsamt bei dem 
Bundesrate alles tut, was in seinen Kräften steht, um den Woh 
nungsmangel nicht zu einer zu großen Kalamität werden zu 
lassen, zeichnet 
hochachtungsvoll! 
Dcr Borsland des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands.
	        
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