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Ob Feierschichten infolge Wassermangels vergütet werden,
mutz von Fall zu Fall entschieden werden. Solche Feierschichten
können mittelbar durch Kohlenmangel verursacht sein,
wenn z. B. ein Pumpwerk wegen Kohlenmangels nicht Wasser
schaffen konnte. In dem angegebenen Falle von Zeche Constantin
kommt eine Vergütung nicht in Frage, cheil es sich um eine
Steinkohlengrube handelt, und der Wasserrohrbruch nicht durch
Kohlenmangel verursacht ist.
2. Die in Förderung stehenden — mit Ausnahme der
Kohlenbergwerke, bei denen naturgemätz ein Kohlenmangel
nicht eintreten kann, — insbesondere also die Erz-, Kali- und
Steinsalzbergwcrke, fallen unter Ziffer 1 der Bundesratsverordnung.
Da ihr Förder- und ihr Aufbereitungs-, bei Kalisalzwerken
Fabrikations-Betrieb völlig vom rechtzeitigen und
genügenden Kohlenbezug abhängig ist, wird die Vergütung bei
Betriebseinschränkungen infolge Kohlenmangcls gewährt werden
müssen.
3. Eine Vergütung für die Arbeitsunterbrechung infolge
Eiscnbahnwagenmangels kann nicht in Aussicht gestellt werden.
Solche Arbeitsunterbrechungen sind für den Bergbau nichts
Ungewöhnliches, vielmehr eine mehr oder weniger regelmäßige
Herbst- und Wintererschcinung auch in Friedenszeit. Die
durch den Wagenmangel verursachten Feierschichten haben auch
im vergangenen Winter nur in einzelnen Bezirken eine fühlbare
Arbeitsunterbrechung auf den Bergwerken herbeigeführt.
Es kommt aber hinzu, daß die Eigenart der Bergarbeit im Notfälle
die Einschiebung vielfacher Ersatz- und Nebenarbeiten an
Stelle der eigentlichen Gewinnungsarbeiten ermöglicht. Ferner
lassen sich erfahrungsgemäß die wirklichen Ausfälle in der
Bergarbeit unschwer durch Einlegung von Ueber- und Nebenschichten
ausgleichen, so daß aus diese Weise eine fühlbare
Schmälerung des regelmäßigen Verdienstes der Bergleute vermieden
wird. Frhr. von Stein."
Eingaben bctr. Wohnungswesen.
Bochum, den 31. Mai 1918.
An das Reichswirtschaftsamt,-Berlin.
Unterzeichnete Organisation gestattet sich, den, Reichswirtschaftsamt
folgende Eingabe zu unterbreiten:
Die Wohnungsnot nimmt in den Jndnstriekreisen immer
nubr irrer Hand. Schon heute kann man aus dem Wchniingsainte
die Wahrnehmung machen, daß mehr Wohnungen gesucht, wie
angeboten werden. Diese Wohnungsnot wird sich erst recht bemerkbar
machen, wenn die im Felde Stehenden wieder heimkehren
und die Kriegsgetrautcn ein eigenes Heim beziehen wollen.
Es ist deshalb nötig, daß schon jetzt Maßnahmen getroffen