Full text: Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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straße die konstituierende Delegiertenversammlung statt. Leopold Liep- 
mann hielt das einleitende Referat, das in großen Amrissen die geschicht 
liche Entwicklung der Organisation der Sozialdemokratie Berlins vorführte 
und die Gründe für die geplante neue Form auseinandersetzte. Dann folgte 
die Beratung des Statutenentwurfs, dessen einzelne Paragraphen meist 
ohne Widerspruch angenommen wurden. Nur bei einigen wenigen Punkten, 
wie z. B. bei dem Satz, der von der Lerausgabe eines Mitteilungsblattes 
des Verbandes handelt, wurden Einwände erhoben, die aber von der 
großen Mehrheit der Delegierten nicht für triftig erachtet wurden, und nach 
erledigter Einzelberatung ward das Statut als Ganzes einstimmig ange 
nommen. Einstimmig wurden bei der Wahl der ersten Beamten Eugen 
Ernst zum ersten Vorsitzenden, Leopold Liepmann zum ersten Schrift 
führer und mit Mehrheit Emil Böske zum ersten Kassierer gewählt. 
Dann richtete nach erfolgter Konstituierung des Vorstandes Paul Singer 
im Namen des Parteivorstandes der deutschen Sozialdemokratie eine An 
sprache an die Anwesenden, die ihnen seinen und seiner Kollegen warm 
empfundenen Glückwunsch zu der geschaffenen Organisation ausdrückte. — 
Mit einem stürmischen Loch auf die Partei und den Verband und dem 
Absingen der Arbeitermarseillaise schloß diese bedeutungsvolle Konferenz 
der Sozialdemokratie Berlins. Sie hat ein Verfassungswerk zum Abschluß 
gebracht, durch welches die organisatorische Leistungsfähigkeit und Schlag 
fertigkeit der Partei in der Reichshauptstadt auf eine bis dahin unerreichte 
Löhe gesteigert werden konnte.
	        
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